Die Bundesregierung setzt einen Schritt nach dem anderen, um die Lohnspirale nach unten zu drehen und Arbeit billiger zu machen
Frage der Woche

Rauf mit dem Arbeitslosengeld!

ÖGB-Community ist für bessere finanzielle Unterstützung statt Almosen

Es ist ein klares Signal, dass die ÖGB-Facebook-Community Richtung Finanzminister Gernot Blümel schickt: Mehr als 60 Prozent der UserInnen, die bei unserer Umfrage mitgemacht haben, sagen: „Nein, Herr Minister. Die Einmalzahlungen der Regierung für Arbeitslose reichen nicht aus.“

Was die mehr hals eine halbe Million Arbeitslosen in Österreich wirklich brauchen, ist eine dauerhafte Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens. 

Breite Unterstützung 

Diese Forderung des ÖGB unterstützt auch die Userin Ragna K., wie sie uns auf Facebook schreibt: „Mit der Arbeitslosen bewegt man sich absolut am Existenzminimum, nur eine monatliche Erhöhung nützt letztlich was!“. Rückendeckung bekommt sie von Mathilde B.: “Arbeitslosengeld für ALLE erhöhen, ist für mich ganz klar. Bitte nicht auch noch diese Gruppe spalten.“

Mit ihrem Kommentar spricht Eva L. wahrscheinlich vielen Menschen, die gerade einen Job suchen, aus der Seele: „Nichts kann ein Einkommen durch Arbeit an einem guten Arbeitsplatz ersetzen, Menschenwürde ist wichtig.“ Userin Manu E. geht sogar einen Schritt weiter und findet, dass „80 Prozent vom letzten Lohn gut wären“. 

Mehr Geld kurbelt Wirtschaft an  

Dass sich in den milliardenschweren Corona-Hilfspaketen nur wenig finanzielle Unterstützung für Arbeitslose findet, macht weder aus volkswirtschaftlicher noch aus Sicht der Betroffenen Sinn. Eine dauerhafte Erhöhung des Arbeitslosengeldes ist gerade jetzt vernünftig, da es Armut reduziert und die Kaufkraft erhöht, was wiederum die Nachfrage und damit die Wirtschaft stärkt.  

Hätten Menschen, die auf Jobsuche sind, ein höheres Arbeitslosengeld, dann hätten letztes Jahr und heuer insgesamt zwei Milliarden Euro in zusätzlichen Konsum fließen und die Wirtschaft ankurbeln können, so eine neue Studie des Momentum-Instituts

Keine Alternative 

Die Forderung des ÖGB nach einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes stößt auch bei AMS-Chef Johannes Kopf auf Gehör. Er will diese Idee nicht wie etwa Finanzminister Blümel vom Tisch wischen, sondern weiterdiskutieren, wie er in einem Interview sagt.

Die einzig nachhaltige Lösung ist und bleibt die generelle Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent 

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian

Klar ist: Für viele ist das Arbeitslosengeld mit einer Nettoersatzrate von 55 Prozent einfach zu niedrig. Deshalb fühlen sich diese Einmalzahlungen wie Almosen an. „Die einzig nachhaltige Lösung ist und bleibt deshalb die generelle Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent“, unterstreicht ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian einmal mehr.