Franz Fallman, Angestellten-Betriebsratsvorsitzender und Arbeiter-Betriebsratsvorsitzende Renate Blauensteiner

Arbeitsmarktpolitik

Opel streicht bis zu 400 Arbeitsplätze

Betriebsrat fordert einen verbesserten Sozialplan für die 350 bis 400 Betroffenen

Seit Dienstag, 27. März ist bekannt, dass Opel am Standort Wien-Aspern erneut bis zu 400 Arbeitsplätze streichen wird. Das ist ein Drittel der gesamten Beschäftigten. Im Vorjahr wurden bereits 100 Stellen eingespart. Der Standort Wien-Aspern soll jedoch erhalten bleiben. Die zuständigen Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp sichern den betroffenen ArbeitnehmerInnen ihre volle Unterstützung zu.

Belegschaft wurde hinters Licht geführt

Bereits im Jahr 2015 wurde zwischen der Belegschaft und der Geschäftsführung des Opel-Eigentümers PSA ein Standortsicherungspaket vereinbart. Ziel des Vertrages war, das Werk langfristig abzusichern und eine „zukunftsorientierte, wettbewerbsfähige und nachhaltige Produktion“ sicherzustellen. Die Beschäftigten haben dafür auf zwei Prozent ihres Lohnes verzichtet. Der PSA Konzern war trotzdem nicht in der Lage, ein ausreichendes Produktionsvolumen für den Standort Aspern sicherstellen. Stattdessen setzt Opel auf einen drastischen Sparkurs und nach bereits 100 Stellen im Vorjahr werden jetzt bis zu 400 Arbeitsplätze gestrichen.

Betriebsrat: Fokus liegt auf Sozialplan und Arbeitsstiftung

Der Opel-Betriebsrat wurde von den drastischen Stellenkürzungen überrascht. Trotzdem sind vorerst keine Proteste gegen den Stellenabbau geplant, meint Opel Arbeiter-Betriebsratsvorsitzende Renate Blauensteiner. Der Fokus liege auf einem fast fertigen Sozialplan aus dem Vorjahr für alle Betroffenen. Franz Fallman, Angestellten-Betriebsratsvorsitzender, unterstreicht ebenfalls, dass das Angebot des freiwilligen Ausscheidens nicht von so vielen ArbeitnehmerInnen in Anspruch genommen werden wird, dass es für die nötige Stellenreduktion reicht. Man konzentriere sich daher auf den Sozialplan.

Wer sich beruflich umorientieren will, kann im Rahmen des Sozialplans in die bereits im Vorjahr eingerichtete Arbeitsstiftung beim Wiener ArbeitnehmerInnenförderungs-fonds (waff) wechseln. Die Stiftung wird aus Mitteln der Stadt Wien, AMS und Opel finanziert, Betroffene können hier bis zu vier Jahre bleiben und etwa einen Lehrabschluss nachholen oder eine FH-Ausbildung machen. Spezielle Unterstützung gibt es auch für ältere Teilnehmer (50+). Alle StiftungsteilnehmerInnen bekommen während der Stiftungsteilnahme „Stiftungsarbeitslosengeld“, das dem Arbeitslosengeld entspricht, berichtet der Kurier.

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