Kollektivvertrag

Chemische Industrie: Protestaktionen in den Betrieben

Gewerkschaften bereit für Kampfmaßnahmen und Streik

Nach dem Scheitern der dritten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 45.000 Beschäftigten der Chemischen Industrie fand am 26. Mai in Linz eine erste Protestaktion statt. Weitere sollen in den nächsten Tagen folgen. Einige Tage zuvor hatten die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp in einer Online-BetriebsrätInnenkonferenz einstimmig beschlossen, gewerkschaftliche Maßnahmen in den Betrieben durchzuführen.

Die Arbeitgeber boten zuletzt 1,45 Prozent Lohnerhöhung und damit einen realen Einkommensverlust an. „Bei allem Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage einzelner Betriebe, die Bewältigung dieser Krise kann nicht den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern alleine aufgebürdet werden", so PRO-GE Verhandlungsleiter Alfred Artmäuer.

"Sollten die Arbeitgeber nicht am Verhandlungstisch mit einem wesentlich verbesserten Angebot zurückkommen, werden die innerbetrieblichen gewerkschaftlichen Maßnahmen (bis zum Streik) fortgesetzt", erklären die BetriebsrätInnen dazu in der einstimmig verabschiedeten Resolution. Für die vierte Verhandlungsrunde konnte bisher noch kein Termin vereinbart werden.

Die Sicherheitsvorschriften zur Eindämmung des Corona-Virus wurden und werden bei den Protestaktionen selbstverständlich eingehalten.