Gewerkschaft Bau-Holz
Kollektivvertrag

KV-Erfolg: Mehr Geld für 25.000 Beschäftigte

Protest der Gewerkschaften Bau-Holz und GPA zeigt Wirkung: Mehr Freizeit und Plus bei Gehältern und Löhnen in holzverarbeitender Industrie

Der Druck der Gewerkschaften Bau-Holz und GPA hat sich - wieder einmal - gelohnt. 25.000 Beschäftigte in der holzverarbeitenden Industrie profitieren von einem hart erkämpften Abschluss der Kollektivvertragsverhandlungen. Rückwirkend ab 1. Mai 2021 erhöhen sich die Mindestlöhne der ArbeiterInnen um 2,1 Prozent, bei den Angestellten um 2,0 Prozent. Die IST-Löhne und Gehälter erhöhen sich aber jedenfalls um mindestens 42 Euro - kleiner Einkommen werden damit mitten in der Corona-Krise sogar noch stärker erhöht. Und: Es gibt mehr Freizeit. Ab 2022 ist der 31. Dezember bei voller Bezahlung arbeitsfrei.

 

Starke Gewerkschaften führen zum Erfolg

Die Auftragslage sei gut, die Corona-Krise hätte die Branche außerdem weniger hart getroffen, als befürchtet - und die Beschäftigten leisten auch in der Pandemie hervorragende Arbeit. „Diese Tatsachen wurden jetzt mit einem fairen Abschluss belohnt. Danke an unsere BetriebsrätInnen für ihre Ausdauer und Unterstützung - ohne euch hätten wir das nicht geschafft", hält Beppo Muchitsch, Verhandlungsleiter der Gewerkschaft Bau-Holz, fest.

Georg Grundei, Verhandler der GPA, sieht das ähnlich. „Die ArbeiterInnen und Angestellten haben sich dieses kräftige Einkommensplus durch viel Fleiß und Einsatz verdient", so Grundei. Man können stolz auf die Mitglieder sein, die im entscheidenden Moment den wichtigen Zusammenhalt gezeigt haben. Der öffentliche Druck sei dabei entscheidend gewesen: „Die öffentliche Konferenz mit BetriebsrätInnen aus 150 Betrieben aus ganz Österreich war ein starkes Zeichen, genauso wie die Tausenden gesammelten Unterstützungsunterschriften. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten sind starke Gewerkschaften gefragt", verspricht der GPA-Verhandler.

 

Klare Botschaft an die Arbeitgeber

Bevor man diesen Erfolg erzielen konnte, gab es aber einen harten Kampf. Erst in der dritten Verhandlungsrunde gab es den Abschluss, zuvor in zwei Runden nicht einmal ein Angebot. Die Konsequenz war ein erster Schuss vor den Bug der Arbeitgeber: BetriebsrätInnen aus 150 Betrieben versammelten sich vor dem Haus der Industrie in Wien, um für faire Lohn- und Gehaltserhöhungen, die der wirtschaftlichen Situation der Branche entsprechen, zu kämpfen.

BetriebsrätInnen machen Druck für KV-Verhandlungen der holzverarbeitenden Industrie Gewerkschaft Bau-Holz

„Keine Woche vergeht, in der es keine Jubelmeldungen über ein hervorragendes Wachstum gibt“, erinnerte Muchitsch dort. Die Unternehmen seien außerdem deutlich besser durch die Krise bekommen, als befürchtet. „Liebe Arbeitgeber, ihr seid auf dem Holzweg, legt ein faires Angebot vor und leistet, wie die Beschäftigten, einen wichtigen Beitrag für den Weg aus der Krise“, forderte der GBH-Vorsitzende .  „Es muss doch möglich sein, bis zur nächsten Verhandlungsrunde endlich ein respektvolles Angebot vorzulegen“, erkärte Grundei. Auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian zeigte Solidarität, kam selbst zum Protest: „Faire Entlohnung und ein bisschen mehr Freizeit, das wird wohl nicht zu viel verlangt sein", forderte der ÖGB-Präsident in seiner Rede.

Wie wir heute wissen: Es ist nicht zu viel verlangt. Und es ist möglich. Wenn es starke Gewerkschaften gibt.