Protestaktion der Fleischer: Kampf für faire Löhne

Kollektivvertrag

„Schweinerei“ bei Verhandlungen

Fleischer protestieren vor 4. KV-Runde für faire Löhne

Nach mehrwöchigen flächendeckenden Betriebsversammlungen haben sich die Fleischer am 4. September zu einer öffentlichen Protestaktion vor dem Verhandlungsort, dem Haus des Fachverbands der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, in Wien Landstraße versammelt. Bevor die vierte KV-Verhandlungsrunde offiziell startete, wollte man nochmals mit Nachdruck auf die Forderungen der Gewerkschaft und das fehlende Entgegenkommen der Arbeitgeber aufmerksam machen. Im Zuge der Aktion wurde ein überdimensionales aufblasbares Schwein mit der Aufschrift „Schweinerei“ in den Himmel steigen gelassen. Ob die Arbeitgeber in der heutigen 4. Runde endlich auf die Forderungen der verhandelnden Gewerkschaft PRO-GE eingehen wird sich zeigen.

 „Die Stimmung unter den Arbeiterinnen und Arbeitern ist kämpferisch und sie haben sich solidarisch mit unseren Forderungen gezeigt. Wir haben den Druck verstärkt und wollen heute das Bestmögliche für sie herausholen“, sagt der für die ArbeitnehmerInnen verhandelnde Gewerkschafter Erwin Kinslechner. Elvira Eisner, Betriebsrätin von Landena (Knabber Nossi), ergänzt: „Drei Verhandlungsrunden sind genug. Wir wollen heute einen guten Abschluss für die Beschäftigen erreichen. Das Leben wird immer teurer und der Lohn bleibt immer gleich – das kann sich unterm Strich nicht ausgehen.“

Lohnkürzung trotz Unternehmensgewinnen?

Während die großen Unternehmen in der Branche Gewinne einfahren, sollen die rund 13.000 Beschäftigten nichts davon abbekommen. Das Angebot der Arbeitgeber in den KV-Verhandlungen liegt derzeit bei einer einprozentigen Lohnerhöhung. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) wird für das Jahr 2019 eine Inflationsrate von 1,8 Prozent erwartet – daher würde es sich in der Realität bei diesem Angebot nicht um eine Lohnerhöhung, sondern um eine Lohnkürzung für die Beschäftigen handeln. Das wird die Gewerkschaft so nicht hinnehmen.

„Wir fordern eine gerechte Lohnerhöhung. Nichts Unmögliches – aber ein Prozent ist nicht gerecht. Wir zeigen heute mit der Aktion, dass es so nicht weitergeht“, sagt Robert Schwarzbauer, Betriebsrat bei der Firma Radatz. Kinslechner ergänzt: „Wir hoffen, die Arbeitgeber wollen mit uns einen gemeinsamen Weg gehen und heute Lösungen finden. Die aktuellen Herausforderungen sind groß, aber wir sitzen alle im selben Boot und müssen gemeinsam paddeln.“