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ÖGB
Andreas Huss übernimmt Obmannschaft der ÖGK
ArbeitnehmerInnenvertretung

Wechsel an der ÖGK-Spitze: ArbeitnehmerInnen übernehmen

Gewerkschafter Andreas Huss (GBH) übernimmt Obmannschaft in der ÖGK

Für das 2. Halbjahr 2022 wird Andreas Huss, Gesundheitsexperte und Baugewerkschafter, für die ArbeitnehmerInnenkurie wieder die Obmannschaft in der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) übernehmen. In einer Pressekonferenz zum Auftakt kündigt er gemeinsam mit ÖAAB Arbeitnehmervertreter und Verwaltungsratsmitglied der ÖGK Martin Schaffenrath an, die Interessen der ArbeitnehmerInnen wieder verstärkt in den Fokus zu rücken. 

Positive Bilanz der Arbeitnehmer-VertreterInnen

„Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um die notwendigen Schritte bei Prävention, psychosozialer und kassenärztlicher Versorgung breit zu diskutieren, um mit völlig neuen Herangehensweisen die schon länger bekannten Probleme anzugehen“, sagt Andreas Huss. Die Bilanz der ArbeitnehmerInnen nach zweieinhalb Jahren ÖGK fällt überwiegend positiv aus, wenn auch viele wichtige Themen noch offen sind.
Positiv verbucht kann werden, dass auf Initiative der Arbeitnehmer-VertreterInnen ein Ausbau der Psychotherapieversorgung inklusive Aufbau von Clearingstellen im Verwaltungsrat beschlossen wurde, der bis Ende 2022 abgeschlossen sein soll. Dass sich ein Investment in die Psychotherapie rechnet, lässt sich in einem Rechnungshof-Bericht von 2019 nachlesen, der bestätigt, dass mehr Psychotherapie auf Kassenkosten weniger InvaliditätspensionistInnen aufgrund psychischer Probleme ergibt. Hier kann viel Leid bei den Versicherten verhindert werden. 

Harmonisierungsschritte auf höchstem Niveau

„Auf unsere Anregung wurde auch besonderes Augenmerk auf den Ausbau der Sachleistungsversorgung durch die unterschiedlichen Gesundheitsberufe gelegt", erklärt Huss. Die Kassenversorgung mit Leistungen von ErgotherapeutInnen, LogopädInnen und PhysiotherapeutInnen wurde österreichweit vereinheitlicht und einheitliche Sachleistungs-Stellenpläne für die Behandlung auf Kassenkosten auf den Weg gebracht. Vereinheitlicht wurden auch die Satzungsleistungen der ÖGK und damit die unterschiedlichen Satzungswerte für die Versicherten auf dem höchsten Niveau realisiert. Außerdem konnte ein österreichweit einheitlicher Leistungskatalog für Heilbehelfe und Hilfsmittel, natürlich ebenfalls an den besten Leistungen orientiert, vereinbart werden. Mit diesen Harmonisierungsschritten auf höchstem Niveau kann Versicherten gute Gesundheitsdienstleistungen jetzt erstmals flächendeckend im ganzen Bundesgebiet und in gleicher Versorgungsdichte angeboten werden.

„Jetzt müssen wir uns den nächsten großen Themen widmen, wie dem massiven Ausbau der Prävention, der Neuregulierung der niedergelassenen Versorgung inklusive stärkerer Regulierung bei den WahlärztInnen, dem einheitlichen Leistungskatalog bei den ärztlichen Leistungen und einer weiteren Stärkung der psychosozialen Versorgung mit multidisziplinären Zentren", fodert Huss einmal mehr. 

Mehr Prävention statt teurer Reparaturmedizin

Martin Schaffenrath: „Wir brauchen mehr Prävention statt teurer Reparaturmedizin. Deshalb müssen wir in Österreich mehr Geld in die Prävention investieren um den Menschen in weiterer Folge mehr Lebensjahre in Gesundheit zu ermöglichen.“ Das Thema Gesundheit und Gesundheitsversorgung ist die Aufgabe in allen Politikfeldern. International spricht man von „Health in All Policies“. Die zehn definierten Gesundheitsziele bilden bis zum Jahr 2032 den Handlungsrahmen für die Gesundheitsförderung und die Gesundheitspolitik. „Die österreichische Sozialversicherung hat bereits in den letzten Jahren für die Versicherten vieles realisiert. Für uns in der ÖGK gilt es den Beratungsbereich für gesunde Lebenswelten weiter erfolgreich auszubauen", hält Schaffenrath fest. 

Finanzierung entscheidend

All das muss natürlich auch finanziert werden. Die ÖGK kann das aus dem ihr zur Verfügung stehenden Budget nicht allein stemmen. Daher müssen die jährlichen Belastungen von 110 Mio. Euro, die durch das SV-OG entstanden sind, wieder zurückgenommen werden. Weiters muss es einen Risikostrukturausgleich zwischen den drei KV-Trägern und einheitliche Hebesätze für PensionistInnen geben. Denn jede/r PensionistIn muss dem Staat gleich viel wert sein. Neue Leistungen wie das Erwachsenenimpfprogramm müssen über Steuermittel (mit)finanziert werden.

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