ILO
Neue Umfrage

Überwältigende Zustimmung für Lieferkettengesetz 

85 Prozent der ÖsterreicherInnen unterstützen Forderung – EU-Gesetzentwurf soll demnächst präsentiert werden 

Mehr als 80 Prozent der ÖsterreicherInnen wollen ein Lieferkettengesetz. Sie sprechen sich für strenge Gesetze aus, die Unternehmen für Menschenrechts- und Umweltverstöße im Rahmen der Lieferkette haftbar machen. Das ist das Ergebnis einer YouGov-Umfrage, die die Arbeiterkammer gemeinsam mit Friends of the Earth Europe in Auftrag gegeben haben. 

Ein Lieferkettengesetz soll die Möglichkeit dafür schaffen, dass Unternehmen in Europa bei Verletzungen von Menschen-, Umwelt- oder Arbeitsrechten geklagt werden können – von der Produktion eines Produkts über den Transport bis zum Verkauf. 

Unternehmen weltweit in die Pflicht nehmen 

Die wichtigsten Ergebnisse aus Österreich: 86 Prozent stimmen zu, dass Unternehmen, die weltweit Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verursachen oder dazu beitragen, rechtlich haftbar gemacht werden sollten.  

85 Prozent wollen auch, dass Opfer solcher Rechtsverletzungen, die außerhalb der EU passieren, dort Klage einbringen können, wo die verantwortlichen Unternehmen ihren Sitz haben. 

Zustimmung in der gesamten EU groß 

An der Umfrage beteiligten sich neben Österreich acht weitere EU-Länder. Die Zustimmung ist überall groß (alle Detailergebnisse der Umfrage von YouGov: https://bit.ly/pollBizHR). 

Diese große Einigkeit wird hoffentlich auch in Brüssel als Signal empfunden: Die Europäische Kommission hat ihren ursprünglich für den Frühsommer geplanten Entwurf zu einem EU-weiten Lieferkettengesetz verschoben. Die jetzt für das vierte Quartal 2021 geplante Präsentation wird mit Spannung erwartet. 

Jetzt Kampagne unterstützen! 

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian forderte bereits mehr Tempo bei diesem wichtigen Vorhaben. Der ÖGB ist auch Partner eines zivilgesellschaftlichen Bündnisses, dessen Kampagne für ein Lieferkettengesetz man unter www.menschenrechtebrauchengesetze.at unterstützen kann.