Zum Hauptinhalt wechseln
Die Bevölkerung Myanmars protestiert gegen die brutalen Zwangsmaßnahmen des Regimes. BY-SA 4.0 Ninjastrikers, commons.wikimedia.org
Internationales

Repressalien ohne Ende in Myanmar: Zivilgesellschaft braucht Unterstützung

1,6 Millionen Menschen ohne Arbeit. Internationale Solidarität weiterhin gefragt, IGB richtet Streikfonds ein

Zum einen der Militärputsch, mit dem die Demokratie in Myanmar vor einem Jahr gewaltsam zerschlagen wurde und der bereits mehr als 1.000 Todesopfer forderte, zum anderen die Pandemie, die das Land zusätzlich in eine wirtschaftliche Katastrophe führte: Die Menschen in dem südostasiatischen Land leiden unter brutalen Zwangsmaßnahmen des Regimes und bitterer Armut.

Nach neuen Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) haben im Jahr 2021 in Myanmar rund 1,6 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Alle Sektoren sind gleichermaßen hart betroffen: von der Landwirtschaft und der Baubranche über die Bekleidungsindustrie bis zum Tourismus und dem Gastgewerbe.

Internationale Solidarität ist weiter gefragt

Trotz der Gewalt der Militärdiktatur reißt der friedliche Protest der Bevölkerung in Myanmar nicht ab. Die Rolle der Konföderation der Gewerkschaften Myanmars (CTUM) ist dabei wesentlich, sie unterstützt den Protest. Für GewerkschafterInnen ist die Situation auch deshalb nach wie vor besonders gefährlich, sie bleiben im Visier der Machthaber, werden strafrechtlich verfolgt und verhaftet. Viele versuchen die Flucht, nicht allen gelingt sie.

Finanzielle Unterstützung durch den IGB

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat deswegen einen Streikfonds eingerichtet, der ArbeitnehmerInnen, GewerkschafterInnen und ihren Familien zugutekommt, die durch ihre Arbeit zur Verteidigung der Demokratie in Myanmar ihr Einkommen verloren haben.

Jetzt die KollegInnen in Myanmar unterstützen

„Wir werden nicht ruhen, bis die Macht an das Volk in Myanmar zurückgegeben wird, und wir müssen diesen Jahrestag nutzen, um unsere Forderung nach Gerechtigkeit zu erneuern“, meint Sharan Burrow, Generalsekretärin des  Internationalen Gewerkschaftsbundes, und fordert einmal mehr, Geschäfte mit dem Militärregime zu unterbinden. „Der UN-Sicherheitsrat ist aufgefordert, ein Waffenembargo gegen Myanmar zu verhängen und die Resolution 75/287 der Generalversammlung bei den Mitgliedsstaaten durchzusetzen.“

Unterstützung des ÖGB für Gewerkschaften in Myanmar hat Tradition

„Internationale Solidarität ist ein Grundpfeiler der Gewerkschaftsbewegung. Diese Solidarität braucht es jetzt mehr denn je für Myanmar“, sagt ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. Die Beziehungen zwischen dem ÖGB und der Konföderation der Gewerkschaften Myanmars (CTUM) ist nicht erst durch den Militärputsch entstanden. Schon zu Zeiten der letzten Militärregierung hatte der ÖGB mehrfach gegen die Behandlung der GewerkschaftskollegInnen in diesem Land protestiert.

Mit dem Wiedererstarken der Demokratiebewegung 2012 wurden in Myanmar die Gewerkschaften wieder legalisiert. Der ÖGB zählte weltweit zu den ersten Gewerkschaftsbünden, die den nun legalen Verband CTUM unterstützten. Unter anderem gab es Hilfen des ÖGB für den aus dem Exil zurückgekehrten Generalsekretär U Maung Maung. Die gute Zusammenarbeit unterstrich zuletzt auch 2019 die Einladung an eine Kollegin der Schwesterorganisation aus Myanmar zu einem zehntägigen Ausbildungskurs in Wien.

 

Bleib informiert über deine Arbeitswelt!
Jeden Freitag: Das Wichtigste aus einer Woche