„Wir dürfen nicht zurück ins Biedermeier“
Geschlechtergerechtigkeit

„Wir dürfen nicht zurück ins Biedermeier“

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian warnt vor Rückfall in der Frauenpolitik

Eltern waren in der Coronakrise extrem belastet. Vor allem Frauen litten unter der Mehrfachbelastung von Kinderbetreuung, Bildungsarbeit und Job. Das bringt einen gefährlichen Rückschritt zu alten Rollenbildern mit sich. 

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian warnt in einem aktuellen Interview mit dem "Insider" der Zeitung “Österreich” vor einem drohenden Rückfall in der Frauenpolitik: „Corona hat uns gesellschaftspolitisch zurückgeworfen – in Fragen der Gendergerechtigkeit waren wir schon viel weiter. Wir müssen aufpassen, dass es jetzt nicht zurück ins Biedermeier geht, das möcht‘ ich nicht haben. Auch aus Eigeninteresse: Ich erwarte im September eine Enkelin und die soll einmal eine starke Frau in einer offenen Gesellschaft werden."

Wolfgang Katzian: "Wir dürfen nicht zurück ins Biedermeier"

Drastische Folgen für Einkommen und Pension 

Laut aktuellen Studien mussten 27 Prozent der Frauen während Corona ihre Arbeitszeit reduzieren, um die Kinderbetreuung zu stemmen, allerdings nur 16 Prozent der Männer. Bei Haushalten mit geringerem oder mittlerem Einkommen ist die Diskrepanz noch größer. 

Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit wird eine Rückkehr zur Vollzeit für viele Frauen eventuell nicht möglich sein. Das hätte drastische langfristige Folgen für das Erwerbseinkommen und die Pensionen von Frauen.