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Tourismusbranche

Tourismuskasse – Win-Win-Modell für Gastro und Hotellerie

Gewerkschaft vida will mit neuer Tourismuskasse Arbeitsbedingungen für Beschäftigte verbessern und Betriebe finanziell entlasten

Viele Menschen drängen in Jobs, die gute Arbeitsbedingungen bieten. Gleichzeitig fehlt es in der Tourismusbranche an Arbeitskräften, weil dort die Bedingungen weiterhin schlecht sind - genau hier übt aber das Arbeitsministerium nun Druck aus, um Menschen wieder in den Tourismus zu zwingen. “Nur Druck bringt halt nicht viel in der Arbeitswelt”, kritisiert Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida im Ö1-Interview. 

Forderung einer Tourismuskasse

Ein wichtiger Schritt die Branche für ArbeitnehmerInnen langfristig attraktiver zu machen, wäre die Einführung einer Tourismuskasse. Beschäftigten bietet das Modell mehr Sicherheit und höhere Sozialstandards, weil Urlaubsansprüche bei Jobwechsel mitgenommen werden könnten. Außerdem sollen überbetriebliche Weiterbildungsangebote geschaffen werden. Für die Unternehmen bedeutet das eine sofortige finanzielle Entlastung, da sie Rückstellungen für Urlaubsansprüche umgehend aufgelösen könnten.

Arbeitsbedingungen passen im Tourismus nicht

Der Tourismus kämpfe derzeit mit einem Angebotsproblem, erklärt auch der vida-Tourismusvorsitzende Berend Tusch. Die Arbeitsbedingungen würden nicht passen. Zwischen Überstunden und Teildiensten, Arbeitsverdichtung und Dienstplanunsicherheit habe man "kein Leben neben dem Beruf". Darüber hinaus seien die Gehälter zu niedrig - die Folge sei Arbeitskräftemangel.

Startkapital von 200 Millionen Euro aus öffentlicher Hand 

Deshalb schlägt die Gewerkschaft vida vor, die Kosten von etwa 200 Mio. Euro für die Errichtung der Tourismuskasse zunächst vom Staat zu beziehen. In weiterer Folge sollen sich dann Betriebe schrittweise beteiligen, trotzdem koste es die Unternehmen "keinen Cent", weil statt in Rückstellungen in die Tourismuskasse eingezahlt wird. Die Tourismuskasse ist also eine Win-Win-Situation für Betriebe und Beschäftigte.

Alle Informationen auf der Website der Gewerkschaft vida.