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Pensionen

Altersarmut ist weiblich

Vier klassische Fallen, die zu Altersarmut führen

Zu hohe Heizkosten, Mieten oder Lebensmittelkosten - diese Sorgen können selbst nach einem erfüllten Erwerbs- und Familienleben für Frauen im Alter zum Problem werden. Der Grund dafür sind die niedrigen Pensionen der Frauen. Während Männer 14 Mal pro Jahr eine monatliche Durchschnittspension von 2.047 Euro beziehen, sind es bei Frauen nur 1.196 Euro im Monat, also 42 Prozent weniger.  

Bereits im Erwerbsleben werden die entscheidenden Schritte gesetzt, die zu einer geringen Pension führen. Wir haben die klassischen Fallen für Altersarmut zusammengetragen und zeigen auf, was getan werden muss, um sie zu entschärfen und um die Situation von älteren Arbeitnehmerinnen bis in die Pension hinein zu verbessern. 

1. Falle: Lange Teilzeitarbeit 

Arbeiten Frauen lange Jahre in Teilzeit, so wirkt sich diese Beschäftigung auf das Lebenseinkommen aus, das somit deutlich geringer ist als bei Vollzeitarbeit. Damit ist auch die Beitragssumme, die auf das Pensionskonto einbezahlt wird, geringer. Am Ende wird daraus die Bruttopension berechnet, die somit deutlich niedriger ausfällt.  

Mit besseren Arbeitszeitmodellen könnte hier wesentlich gegengesteuert werden, so dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Freizeit bei vollem Lohnausgleich möglich sind.  

2. Falle: Lange Erwerbsunterbrechung wegen Kindererziehung oder Pflege 

Besonders gravierende Auswirkung ergeben sich, wenn Frauen aufgrund der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen längere Zeit gänzlich aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Obwohl Frauen in diesen Fällen wertvolle Sorgearbeit leisten, wird dieser auch gesellschaftlich wichtige Beitrag zu wenig honoriert. Auf dem Pensionskonto fehlen somit wichtige Beitragsjahre. 

Damit es nicht so weit kommt, setzt sich der ÖGB für einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem 1. Geburtstag des Kindes ein. Gefordert wird auch eine bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten bis zum 8. Lebensjahr des Kindes. Schließlich braucht es auch einen flächendeckenden Ausbau des Pflegeangebots, damit diese wichtige Arbeit nicht alleine Frauen zu Hause übernommen werden muss. 

3. Falle: Gesundheitliche Beeinträchtigung durch bestimmte Jobs 

Eine aktuelle Studie von WIFO und FORBA bestätigt, dass es bestimmte Branchen gibt, die einen fließenden Übergang vom Erwerbs- ins Pensionsleben kaum möglich machen. Es handelt sich dabei um Bereiche, die Arbeitnehmerinnen körperlich und psychisch schwer belasten, so dass ein gesundes Arbeiten bis zur Pension kaum möglich ist. Ältere Arbeitnehmerinnen wechseln in Folge entweder den Beruf oder steigen früher aus dem Erwerbsleben aus. Besonders Betroffene Branchen sind die Pflege, die Reinigung und der Tourismus

Gerade in diesen Branchen oder in Bereichen, die eine Erwerbstätigkeit bis in die Pension beinahe unmöglich machen, ist es wichtig, dass Betriebe Arbeitsplätze altersgerecht gestalten. Ein Rechtsanspruch auf Altersteilzeit würde ältere Arbeitnehmerinnen ebenfalls entlasten. Längst überfällig ist auch eine Ausweitung der Schwerarbeitsverordnung, die vor allem Tätigkeiten in klassischen Männerberufen einschließt, dafür aber nicht die speziellen Herausforderungen in den eher weiblichen Branchen abbildet, wie dies beispielsweise die Pflege ist und die Arbeit mit Menschen ab der Pflegestufe 3. Auch eine spezielle arbeitsmarkpolitische Förderung kann Frau dabei unterstützen, nicht in die Langzeitarbeitslosigkeit zu kommen und sich für Branchen umschulen zu lassen, die ein altersgerechtes Arbeiten möglich machen.  

4. Falle: Schlecht bezahlte Jobs 

Eine bittere Wahrheit ist leider auch, dass es Jobs gibt, die trotz Vollzeitbeschäftigung sehr schlecht bezahlt sind, damit ist auch der Beitrag für das Pensionskonto niedrig. Nicht selten sind diese Tätigkeiten in klassischen Frauenbrachen zu finden, wie in der Pflege oder dem Handel. 

Der ÖGB setzt sich daher für einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro ein und für eine umfassende Berufsorientierung, die auch geschlechterspezifische Rollenbilder bei der Berufswahl aufbricht.  

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