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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Klimawandel trifft GeringverdienerInnen

Ärmere Bevölkerungsgruppen leiden am meisten unter der Klimakrise

Klimawandel trifft vor allem Arme. Ärmere Bevölkerungsgruppen leiden am meisten unter der Klimakrise. Energiekosten liegen oft bei über 10 Prozent.

Der Klimawandel schreitet mit großen Schritten voran. Vor allem die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor steigen in Österreich nach wie vor massiv. Neben dem Verkehr wird ein Großteil des CO2-Ausstoßes von Großunternehmen und Industrie verursacht. Die Auswirkungen des Klimawandels treffen besonders die ärmsten Teile der Bevölkerung.

10 Prozent des Einkommens für Energie

Menschen mit weniger Einkommen leben großteils in kleinen Mietwohnungen. Die Bausubstanz ist meist in die Jahre gekommen und es gibt keine Wärmedämmung, Außenjalousien oder Klimaanlagen. Die Hitze staut sich also in den Wohnungen und die meisten Menschen habe keine Möglichkeiten, an kühlere Orte auszuweichen.

„Dazu haben die Menschen keine finanziellen Möglichkeiten, energieineffiziente Wohnungen zu sanieren oder veraltete und energieraubende Geräte auszutauschen. Die Energiekosten sind für diese Menschen im Verhältnis zum Haushaltseinkommen daher sehr hoch – oft sind es mehr als zehn Prozent“, erklärt ÖGB-Volkswirt Georg Kovarik.

Dabei entstehen in Extremphasen auch Energieschulden, wenn etwa eine Nachzahlung im Zuge der Jahresabrechnung nicht beglichen werden kann, oder es bleibt kein Geld zur Abdeckung anderer Grundbedürfnisse wie Essen übrig.

Gesundheitliche Belastung und niedrigere Lebenserwartung

Ärmere Bevölkerungsgruppen wohnen zusätzlich öfter in günstigen Wohngegenden mit starkbefahrenen Straßen oder in der Nähe von Industriegebieten. Dadurch sind sie einer hohen Lärm- und Abgasbelastung ausgesetzt. Diese Wohnsituationen sind psychisch belastend und gesundheitsschädlich.

Dazu arbeiten die unteren Einkommensschichten statistisch gesehen häufiger in körperlich anstrengenden Berufen oder im Freien, wo sie der extremen Hitze auch am Arbeitsplatz direkt ausgesetzt sind – beispielsweise am Bau.

Grundsätzlich haben ärmere Bevölkerungsgruppe auch weniger Geld für alltägliche Einkäufe zur Verfügung. Gesunde Ernährung bzw. Bio-Lebensmittel sind meist teuer und daher für viele Menschen kaum leistbar.

All diese Faktoren wirken sich negativ auf den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung der Menschen aus. Dadurch leiden sie besonders unter den immer öfter vorkommenden Hitzewellen.

Klimabewusstes Leben muss für alle leistbar sein

Den Klimawandel zu bekämpfen heißt also auch, die Gesundheit der Menschen zu schützen und Armutsgefährdung zu verhindern. „Es ist nett, wenn alle appellieren, dass sich Menschen in ihrem Verhalten ändern und ökologischer werden müssen. Das Problem ist aber: Dieses geänderte Verhalten muss man sich auch leisten können“, betont ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian auch im Zuge des Sommerdialogs zu „Klimawandel und Hitze“ und fordert leistbares Wohnen, die Bekämpfung von Energiearmut und Investitionen in nachhaltige Energieformen.

 

Weitere Informationen:
ÖGB Sommerdialog Klima & Hitze
Klimawandel und Mobilität
Hitze am Arbeitsplatz 

 

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