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Diese Gründe sprechen gegen Überstunden

Millionen Überstunden machen uns krank und sind gefährlich

Auf diese Silbermedaille können wir gut verzichten. Vollzeitbeschäftigte Österreicher arbeiten in der EU am zweitlängsten. Nur die Griechen arbeiten länger als wir, das belegen die Arbeitszeitdaten der EU-Statistikbehörde Eurostat. Die Griechen verbringen durchschnittlich 43,9 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz, wir 42,4 Stunden. ArbeitnehmerInnen in Österreich häufen so Jahr für Jahr einen gigantischen Berg an Überstunden an. 255 Millionen Mehr- und Überstunden waren es etwa 2018, wie aktuelle Zahlen zeigen. Jede fünfte Überstunde ist zudem unbezahlt, den Betroffenen entgehen so im Schnitt pro Kopf 10.000 Euro. 

Aussagen wie „Kannst du bitte noch schnell…“ kurz vor Dienstschluss sind längst Standard. Wer pünktlich geht, wird schief angeschaut – länger zu arbeiten gehört in vielen Branchen fast schon zum guten Ton. Sechs von zehn Beschäftigten in unserem Land müssen zumindest gelegentlich Überstunden machen. Die Mehr-Arbeit zieht sich zwar durch alle Branchen, besonders betroffen sind laut Untersuchungen aber vollzeitbeschäftigte Männer zwischen 36 und 45 Jahren in der Industrie, am Bau und im Tourismus – und zwar von leitenden Angestellten bis hin zu HilfsarbeiterInnen. 

Was Überstunden anrichten 

Ist der Arbeitstag überlang und auch noch stressig, dann bringen wir unseren Körper an seine Grenzen. Da die Zeit für Erholung immer weniger wird, sind wir quasi in permanenter Alarmbereitschaft. Das öffnet Schlaganfällen, Herzerkrankungen, Schlafstörungen oder Rücken- und Kreuzschmerzen Tür und Tor. Das belegt auch eine Spezialauswertung von 27 Studien, die in Europa, den USA und Japan durchgeführt wurden. Die Beschäftigten nehmen all das in Kauf, weil sie ihren Arbeitsplatz nicht gefährden wollen. 

"Die Fülle an Arbeit muss auf möglichst viele Beschäftigte aufgeteilt werden und nicht einige wenige krank machen." Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB

Wer weniger arbeitet, bleibt klug  

Überstunden machen uns nicht nur körperlich fertig, sondern lassen auch unsere Intelligenz zerbröseln. Wer ständig Überstunden leistet, beginnt immer weniger Worte zu verwenden und der Intelligenzquotient sinkt. Das haben finnische Forscher in einer Langzeitstudie herausgefunden. Auf den Punkt gebracht, kann man also sagen: Überstunden machen dumm. Kluge Menschen arbeiten weniger.

Überstunden sind nicht sexy 

Es gibt viele Gründe, die gegen die vorherrschende Überstundenkultur sprechen: die Fehlerquote steigt, die Arbeitsleistung sinkt, Kosten und Folgekosten klettern nach oben, zudem schwinden Loyalität und Motivation der Beschäftigten. Ein Hauptgrund warum wir Überstundenkaiser sind, ist Personalknappheit. Immer weniger Beschäftigte in einem Betrieb, müssen immer mehr Aufgaben stemmen. 

Die meisten Menschen fühlen sich oft innerlich verpflichtet, aus moralischen Gründen oder aus Rücksicht auf Kunden, Vorgesetzte und Kollegen, die riesige Arbeitsmenge zu erledigen. Ein Druck, der nicht sein muss.

Eine bessere Verteilung der Arbeitszeit und der Arbeitslast ist dringend notwendig, wie Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB, betont: „Es ist unverständlich, dass auf der einen Seite Menschen so viel arbeiten, dass ihre Gesundheit darunter leidet. Während andere gar keine Beschäftigung haben. Die Fülle an Arbeit muss auf möglichst viele Beschäftigte aufgeteilt werden und nicht einige wenige krank machen. Auch viele Frauen hätten dadurch die Chance auf eine ordentliche Beschäftigung in Form von Vollzeitarbeit.“ 

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