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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Arbeitsweg: Die 6 wichtigsten Fakten für Pendler

Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten verlassen für ihren Job ihre Heimatgemeinde

Laut aktuellem Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich pendelt mehr als die Hälfte aller Beschäftigen zur Arbeit – Tendenz steigend. 85 Prozent der PendlerInnen sind dabei mit dem Auto unterwegs. Viele wünschen sich einen stärkeren den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes, um eine Alternative zum Auto zu haben.

Wir beantworten hier die sechs wichtigsten Fragen rund um das Thema Arbeitsweg: 

1. Der Arbeitsweg, was ist das eigentlich genau?

Der Arbeitsweg ist die direkte Route zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Das muss nicht der streckenmäßig kürzeste Weg sein, auch eine verkehrsgünstigere Anreise gilt als solche. Der Arbeitsweg kann auch unvermeidliche Wege (z.B. zum Kindergarten) beinhalten. Ein kurzer Abstecher für private Erledigungen (z.B. Einkauf) gilt arbeitsrechtlich gesehen nicht als Arbeitsweg.

2. Das Jobticket, kann ich das auch bekommen?

Das Jobticket wird vom Arbeitgeber finanziert und ist eine Streckenkarte für den Weg von der Wohnung in die Arbeit. Es wird zusätzlich zum Gehalt gewährt, jedoch gibt es darauf keinen Rechtsanspruch. Dein Arbeitgeber entscheidet, ob dir ein Ticket zur Verfügung gestellt wird. Für das Unternehmen bringt es auf jeden Fall eine Steuererleichterung, denn der Betrag kann als Betriebsausgabe von der Steuer abgesetzt werden und es fallen dafür keine Lohnnebenkosten an. Auch für ArbeitnehmerInnen ist das Jobticket abgabenfrei.

3. Die Pendlerpauschale, für wen ist das?

Je nachdem, wie weit der Weg zur Arbeit ist, kann ein Anspruch auf Pendlerpauschale und Pendlereuro bestehen. Man unterscheidet zwischen großer und kleiner Pauschale. Kann ein sogenanntes „Massenverkehrsmittel“, also in der Regel der öffentliche Verkehr, in zumutbarer Weise genutzt werden, steht den ArbeitnehmerInnen die „kleine Pendlerpauschale“ zu. Die Pendlerpauschale stellt einen Freibetrag dar, es vermindert also die Steuerbemessungsgrundlage. Der Pendlereuro hingegen ist ein Absetzbetrag, d.h. die Steuerschuld verringert sich entsprechend.

Ob Anspruch auf eine Pendlerpauschale besteht, und wenn ja in welcher Höhe, kann mittels Pendlerrechner berechnet werden. Welche Beihilfen dein Bundesland PendlerInnen gewährt, erfährst du auf www.oesterreich.gv.at.

4. Wenn ein Unfall passiert: Bin ich auf dem Arbeitsweg versichert?

Ein Unfall auf dem Arbeitsweg ist durch die Unfallversicherung geschützt und wird wie ein Arbeitsunfall behandelt. Voraussetzung ist, dass er tatsächlich auf der direkten Route zwischen Wohnung und Arbeitsstätte passiert ist. Den Beweis müssen ArbeitnehmerInnen selbst erbringen. Ein versicherter Unfall liegt auch dann vor, wenn der Arbeitsweg aufgrund von Betreuungspflichten zum Kindergarten oder zur Schule führt. Ein privater Abstecher (z.B. zum Kaffeehaus) ist vom Unfallversicherungsschutz aber ausgenommen.

5. Bin ich in der Mittagspause auf dem Weg zum Supermarkt ums Eck versichert?

Wer sich in der Mittagspause schnell Essen besorgt, ist unfallversichert. Allerdings gibt es zwei Dinge zu beachten: Der Ort, an dem man die Pause verbringt, muss sich in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsort befinden und der Grund, warum man sich hinbegibt, muss Notwendigkeiten wie Nahrungsaufnahme beinhalten. Beim Sonnenbad im 10 km entfernten Park wäre man beispielsweise nicht unfallversichert.

6. Was, wenn Verzögerungen auf dem Arbeitsweg zu Unpünktlichkeit in der Arbeit führen?

§ 8 Absatz 3 im Angestelltengesetz sorgt dafür, dass bei unvorhergesehenen, unverschuldeten Vorfällen dennoch Arbeitszeit „verrechnet“ wird. Jedoch hat man dem Arbeitgeber die Verzögerung so rasch wie möglich mitzuteilen und den Grund dafür anzugeben. Das Fernbleiben ist so kurz wie möglich zu halten, es gilt, alles zu versuchen, um pünktlich zu sein.

Der Absatz besagt, dass man auch dann Entgelt bekommen muss, wenn man „durch wichtige, seine Person betreffende Gründe, ohne sein Verschulden und während einer verhältnismäßig kurzen Zeit“ der Arbeit fernbleibt. Die plötzliche Erkrankung eines Kindes, eine Lawine oder ein unangekündigter Streik gelten beispielsweise als berechtigte Gründe. Wenn allerdings vorhersehbar ist, dass man jeden Morgen im Stau steht, stellt das keinen Grund dar, bei Zuspätkommen dennoch Arbeitszeit zu schreiben.

Der Arbeitsweg der ÖsterreicherInnen
Im Schnitt legen Österreichs Beschäftigte jeden Tag 28 km Weg zurück. Das Bundesland mit dem höchsten PendlerInnenanteil ist das Burgenland – dort beträgt der Pendleranteil 73,6 Prozent. Den geringsten Pendleranteil hat Wien mit 11,8 Prozent. Während im Burgenland 90 Prozent der Beschäftigten mit dem Auto zur Arbeit kommen, sind es in Wien gesamt nur 32 Prozent.
Alle rechtlichen Informationen und weitere spannende Fakten zum Thema Verkehr auf www.meinarbeitsweg.at.

Faktencheck Arbeitsweg auch in der aktuellen Ausgabe des GPA-djp-Mitgliedermagazins KOMPETENZ.

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