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Tirol

Zukunftsängste der Jugendlichen ernst nehmen

Bonus gefordert für Betriebe, die Lehrlinge nach Ausbildung behalten
„Wir steuern mit Volldampf auf eine Ausbildungskatastrophe zu. Fehlende Perspektiven sorgen für massive Zukunftsängste!“, warnt Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth. Er bezieht sich auf eine Studie des Instituts für Jugendkulturforschung im Auftrag der österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaften. Demnach haben 80 Prozent der befragten Jugendlichen Angst, ihren Job zu verlieren oder gar nicht erst einen zu bekommen. 
 

Wohlgemuth nimmt die Bundesregierung in die Pflicht: „Die Bundesregierung ist in dieser Sache bislang völlig untätig. Damit riskiert sie die Zukunft junger Menschen und eine Generation Corona, die ohne Perspektive dasteht und in die Arbeitslosigkeit abdriftet.“ Perspektivenlosigkeit hat schwerwiegende Konsequenzen zur Folge. „Junge Menschen, die keinen Job oder keine Ausbildung haben, kämpfen nicht nur meist dauerhaft mit Einkommensverlusten, sondern leiden wesentlich öfter unter psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Wir müssen jetzt handeln, bevor es zu spät ist“, ergänzt Tirols Gewerkschaftsjugendvorsitzender Thomas Spiegl. Er kann sich unter anderem einen Bonus in Form einer teilweisen Rückerstattung der Lohn-Nebenkosten für jene Betriebe vorstellen, die ihren Lehrlingen nach abgeschlossener Ausbildung eine bestimmte Zeit lang einen Arbeitsplatz garantieren. 

 

Für Spiegl tragen allerdings auch teils die Wirtschaftstreibenden Mitschuld an der Misere: „Allzu oft wird auf vermeintlich billige weil ungelernte Arbeitskräfte aus dem Ausland zurückgegriffen, anstatt selbst Fachkräfte auszubilden. Diese Art des Lohn- und Sozialdumpings hat dazu geführt, dass gewisse Branchen für die Berufswahl vollkommen unattraktiv geworden sind. Stattdessen sollte wieder auf eine gute Ausbildung junger Menschen gesetzt werden!“

 

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