Fürsorgepflicht

Mehr Kontrollen in Betrieben und auf Baustellen

„In den letzten Tagen gab es bei uns vermehrt Beschwerden von Beschäftigten, deren Chefs die Fürsorgepflicht jetzt in der Corona-Krise nicht besonders ernst nehmen. Wir fordern daher mehr Kontrollen in diesem Bereich. Es kann nicht sein, dass die Polizei auf der Straße Mindestabstände kontrolliert und Menschen nach Hause schickt und in Betrieben oder Baustellen nicht auf die Sicherheitsmaßnahmen geschaut wird“, zeigt sich ÖGB-Landesvorsitzender Erich Mauersics empört.

Die Beschwerden von ArbeitnehmerInnen reichen von fehlenden Waschmöglichkeiten, über mangelndes Desinfektionsmittel bis hin zu fehlenden Trennungen bei Arbeitsbereichen. In manchen Produktionsbetrieben laufe die Arbeit überhaupt weiter, als gäbe es keine COVID 19-Pandämie. Die Ansteckungsgefahr sei dadurch enorm, heißt es vom ÖGB.

Neben Handhygiene, Hustenetikette und Einhalten eines Mindestabstands seien vor allem räumliche und organisatorische Maßnahmen wie das Abtrennen einzelner Bereiche sowie das Bereitstellen entsprechender Schutzausrüstungen notwendige Maßnahmen. Besonders gefährdete Personen sollten in exponierteren Bereichen arbeiten können. Seit Montag müsste auch der 8-Punkte-Katalog auf Baustellen eingehalten werden.

„Menschen, die nach wie vor täglich zur Arbeit gehen und unser System am Laufen halten, verdienen den bestmöglichen Schutz. Mein eindringlicher Appell geht an die Arbeitgeber, denn sie unterliegen einer gesetzlich festgeschriebenen Fürsorgepflicht und tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erklärt ÖGB-Landessekretär Andreas Rotpuller abschließend.