ÖGB Kärnten

Equal Pay Day 2021

EQUAL PAY DAY: Geringster Einkommensunterschied in Klagenfurt Stadt

In Kärnten verdienen Frauen für die gleiche Arbeit durchschnittlich um 18,6 Prozent weniger als Männer. Statistisch gesehen endet die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen in Kärnten am 25. Oktober 2021. Den höchsten Einkommensunterschied weist mit 26 Prozent der Bezirk Spittal/Drau auf. Klagenfurt Stadt verzeichnet mit 12,5 Prozent kärntenweit den geringsten Unterschied zwischen Männer- und Frauen-Einkommen. Alarmierend sind die aktuellen Zahlen zu den Pensionen. „Altersarmut in Kärnten ist weiblich“, so die Gewerkschaftsfrauen.

Während das durchschnittliche Jahreseinkommen von Frauen bei Vollzeitarbeit in Kärnten 43.054,- Euro beträgt, erhalten Männer im Durchschnitt 52.868,- Euro im Jahr. „Gemessen daran, werden Frauen in Kärnten jährlich um 9.815,- Euro geringer bezahlt als Männer. Daraus resultieren in weiterer Folge reduzierte Ansprüche bei Arbeitslosigkeit und letztendlich eine reduzierte Pension“, erklärt ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Waltraud Rohrer. Der Equal Pay Day, also jener Tag an dem Männer bereits jenes Einkommen erreicht haben, wofür Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen, fällt in Kärnten heuer auf den 25. Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Equal Pay Day um lediglich zwei Tage nach hinten verschoben. „Man kann auch von einer Verbesserung von 0,4 Prozent sprechen“, so Rohrer weiter.

Spitzenreiter: Spittal/Drau
Die größten Einkommensunterschiede zwischen Männer und Frauen gibt es im Bezirk Spittal/Drau (Einkommensunterschied: 26 Prozent); gefolgt von Villach (Einkommensunterschied: 22 Prozent). Wolfsberg folgt Villach mit 21,4 Prozent während Feldkirchen mit 18,6 Prozent Einkommensunterschied genau den Kärntner Durchschnitt abbildet. Klagenfurt Stadt weist mit 12,5 Prozent kärntenweit noch den geringsten Unterschied zwischen Männer- und Frauen-Einkommen auf.

Die weiteren Einkommensunterschiede in den Bezirken lauten:

St. Veit: 19,1 Prozent
Klagenfurt-Land: 18,5 Prozent
Völkermarkt: 18,1 Prozent
Hermagor: 17,7 Prozent

Einkommensunterschiede: Vielfältige Ursachen
Die Gründe für die nach wie vor signifikanten Einkommensunterschiede sind laut den Gewerkschaftsfrauen vielfältig. „Es beginnt damit, dass es nach wie vor große Lücken in der ganztägigen und ganzjährigen Kinderbetreuung gibt“, meint auch Isabella Zeiringer, Frauenvorsitzende der Fraktion Christlicher GewerkschafterInnen in Kärnten (FCG). Ein weiterer Grund, dass die Einkommensschere so massiv auseinander klafft sei, dass sich viele Frauen in schlecht bezahlten Branchen wiederfinden. „Es braucht unbedingt eine bessere Bezahlung in Branchen wie dem Tourismus, dem Handel und der sozialen Arbeit“, so Zeiringer weiter. Besonders dramatisch ist die Situation für ältere Frauen am Arbeitsmarkt. „Frauen über 50 sind am stärksten von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen. Hier braucht es existenzsichernde Arbeitsplätze, die eine Vereinbarkeit mit den verschiedenen Verpflichtungen innerhalb der Familie zulassen“, so Zeiringer.

Alarmierende Zahlen: Altersarmut in Kärnten ist weiblich!
Alarmierend sind die aktuellen Zahlen zu den Pensionsbezügen in Kärnten. Die Frauenvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in Kärnten (FSG), Silvia Igumnov, führt aus: „Eine Frau in Kärnten bezieht durchschnittlich eine Pension von 1.100,73 Euro, während die durchschnittliche Pension von Männern in Kärnten 1.786,60 Euro beträgt. Wenn man bedenkt, dass die Armutsgrenze mit 1.300,- Euro monatlich berechnet ist, muss man ehrlich sagen, dass viele Frauen in der Pension schlicht und einfach in Armut leben müssen. Wie beunruhigend die Situation für Frauen im Alter ist, belegen auch andere Zahlen. „Aktuell haben wir in Kärnten 9.680 Ausgleichszulagenbezieherinnen. Im Gegensatz dazu beziehen nur 4.109 Männer Ausgleichszulagen“, führt Igumnov weiter aus. „Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Altersarmut keinen Platz mehr in unserer Gesellschaft hat!“

Einkommensschere schließen und Altersarmut verhindern.
Hinter die Forderung der Gewerkschaftsfrauen, die Einkommensschere endlich zu schließen und Altersarmut zu verhindern, stellt sich auch ÖGB Landesvorsitzender Hermann Lipitsch. „Solange der Equal Pay Day nicht am 31. Dezember stattfindet, solange werden wir als Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter auch nicht aufhören, auf dieses Thema aufmerksam zu machen und für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft zu kämpfen“, bekräftigt Lipitsch abschließend.

Foto: Copyright ÖGB Kärnten: v.l.n.r. FCG Frauenvorsitzende Isabella Zeiringer, FSG Frauenvorsitzende Silvia Igumnov, ÖGB Landesvorsitzender Hermann Lipitsch und ÖGB Landesfrauenvorsitzende Waltraud Rohrer.