Gewerkschaftsjugend Kärnten bringt eine Resolution im Kärntner Landtag ein.

Michael Raunig

Die Auswirkungen fehlender Chancen auf eine Ausbildung sind massiv. Arbeitslos zu sein, bedeutet nicht nur einen kurzfristigen Verdienstausfall, sondern zeigt auch langfristige Folgen – auch nach 10 Jahren ist der Einkommensverlust noch immer zu spüren. Die Gewerkschaftsjugend hat eine Resolution für die Landtagssitzung am 27. Mai 2021 übergeben.

„Nichts ist schlimmer und demotivierender als gleich zu Beginn des Arbeitslebens mit Arbeitslosigkeit konfrontiert zu werden. Lehrlinge wurden im Krisenmanagement der Bundesregierung kaum berücksichtigt und drohen zu einer vergessenen Generation zu werden“, so der Landesvorsitzende der Gewerkschaftsjugend Kärnten (ÖGJ) Mario Pichler. Das bestätigt auch die unlängst veröffentlichte Ö3-Jugendstudie, in der 79 Prozent der 16 und 17-jährigen Berufstätigen angeben, dass die Politik bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie die Probleme der jungen Generation nicht berücksichtigt. Insbesondere Jugendliche leiden unter eingeschränkten Kontakten und sind einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt.

Schon jetzt müssen Maßnahmen für mehr Lehrstellen gesetzt werden, um die Lage am Lehrstellenmarkt zu entschärfen. „Dafür ist es einerseits notwendig, dass alle Lehrlinge in der vorgesehenen Lehrzeit ihre Lehre abschließen können. Gleichzeitig muss auch allen Jugendlichen ein Ausbildungsplatz angeboten werden. Auch junge Arbeitslose müssen ausreichend Unterstützung bekommen – zum Beispiel die Möglichkeit, einen Lehrabschluss nachzuholen, um die Einstiegschancen in eine Beschäftigung zu erhöhen“, fordert Pichler.


Die ÖGJ fordert in ihrer Resolution an den Kärntner Landtag:
 

  • Erhöhung der Ausbildungsbeihilfen im 1. und 2. Lehrjahr, vor allem für junge Erwachsene.

  • Aufstockung der Ausbildungsplätze im staatlichen und staatsnahen Bereich.

  • Verpflichtung des Bundes zur Übernahme der Kosten von neu geschaffenen Lehrstellen in Gemeinden.

  • Ausdehnung der gesetzlichen Weiterbeschäftigungszeit gemäß Berufsausbildungsgesetz von drei auf sechs Monate.

  • Erweitertes psychosoziales Angebot für Lehrlinge an den Berufsschulen und in den Betrieben.

  • Freistellung vom Betrieb für Lerntage, die die Lehrlinge beispielsweise zusätzlich in der Berufsschule oder in anderen Kursmaßnahmen zum Nachholen und Festigen des Lernstoffs nutzen können.

  • Unterstützung der BerufsschülerInnen, um sich auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten zu können, um Lernrückstände aufholen zu können, die sowohl die praktischen als auch die theoretischen Unterrichtsfächer betreffen können.

Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig betonte bei der Übernahme der Resolution, dass die Lehrlinge von heute die Fachkräfte der Zukunft und als solche das Rückgrat der Kärntner Wirtschaft seien. „Gerade deshalb haben wir bereits mit Beginn der Corona-Pandemie die Überbetrieblichen Lehrausbildungsplätze aufgestockt. Darüber hinaus erhalten Lehrlinge über die Arbeitnehmerförderung für berufliche Weiterbildung, beispielsweise, wenn sie einen Vorbereitungskurs für die Lehrabschlussprüfung absolvieren, 75 Prozent der Kurskosten erstattet. Von der Teilnahme an Berufswettbewerben, über Lehre mit Matura bis hin zu Förderungen von Lehrwerkstätten sowie der zwischen- und überbetrieblichen Lehrausbildung, fördert das Land Kärnten eine Vielzahl an unterschiedlichen Maßnahmen, die die Qualität und Attraktivität der Ausbildung steigern und den Lehrlingen – egal welchen Alters – so viel Unterstützung wie möglich zukommen zu lassen.“

Unterstützung findet die Resolution auch von ÖGB Landesvorsitzenden LAbg. Hermann Lipitsch: „Die Jugend ist unsere Zukunft! Unsere Aufgabe ist es, unserer Jugend die Möglichkeiten einer Ausbildung und damit Perspektiven und Zukunft zu geben“.

Foto ©ÖGB Kärnten Übergabe der Resolution: v.l.n.r. ÖGB Landesjugendsekretär Michael Linder, ÖGJ Landesvorsitzender Mario Pichler, Landtagspräsident Reinhart Rohr, LHStv. Gaby Schaunig und ÖGB Landesvorsitzender Hermann Lipitsch.