Zum Hauptinhalt wechseln
Die ÖGB Frauen machten in St. Pölten auf  die Pensionsschere aufmerksam
ÖGB NÖ LO
Equal Pension Day

Gegen soziale Kälte

Gewerkschaftsfrauen NÖ wollen der Pensionsschere von 42% ein Ende setzen

Durchschnittlich bekommen Frauen in Niederösterreich 42% weniger Pension!

Damit liegt Niederösterreich hinter dem österreichweiten Durchschnitt von 41%. Insgesamt bedeutet dies: Pensionistinnen bekommen ca. 13.000 € weniger pro Jahr als Pensionisten. Am 2.8.2022 veranstalteten die Gewerkschaftsfrauen Niederösterreichs daher eine gemeinsame Aktion in der Innenstadt St. Pöltens und informierten die Passantinnen und Passanten über diesen Missstand und die Forderungen der Gewerkschaftsfrauen. Denn für viele Frauen bedeutet diese geringe Pension ein Leben unter der Armutsgrenze, ein Leben in Abhängigkeit und entspricht nicht dem, was sie in ihrem Leben geleistet haben. Auch Nationalratsabgeordneter und Landessekretär der Gewerkschaft Bau-Holz Rudolf Silvan und AK Niederösterreich-Vizepräsidentin Gerda Schilcher unterstützten die Aktion tatkräftig vor Ort. Die Menschen konnten am Glücksrad drehen und eine frauenpolitische Frage beantworten – so konnten sie einen Eisgutschein gewinnen nach dem Motto „Gegen soziale Kälte“. 

Vielfältige Gründe für Pensions-Gap

Insbesondere die hohe Teilzeitquote (Frauen übernehmen nach wie vor den überwiegenden Teil der unbezahlten Arbeit wie z.B. Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Führung des Haushaltes) und eine wesentlich schlechtere Bezahlung in frauendominierten Branchen führen zu einer Pension, die nicht zum Leben reicht. Die aktuelle Inflation verschärft diese Schieflage enorm. „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist ebenso ein Gebot der Stunde wie eine faire Bezahlung in den frauenspezifisch dominierten Branchen“, fordert AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. „Der Ausbau von ganztägiger und leistbarer Kinderbetreuung und -bildung in Niederösterreich, insbesondere für die Kleinsten, ist der wichtigste Schritt, um Frauen Chancengleichheit zu gewähren“, so ÖGB NÖ Landessekretärin Linda Keizer. Ebenso müssen sich berufstätige Eltern die unbezahlte Familienarbeit aufteilen, ein Modell dazu wurde von Arbeiterkammer und ÖGB bereits vorgeschlagen. Außerdem braucht es dringend die Umsetzung der Einkommenstransparenz auch für kleinere Unternehmen mit spürbaren Sanktionen im Falle der Nichteinhaltung – bisher kommen viele Unternehmen der Verpflichtung nicht nach. „Das ist wesentlich, damit kontrolliert werden kann, ob Frauen und Männer für gleiche Arbeit gleiches Geld erhalten“, so ÖGB NÖ Landesfrauensekretärin Bernadette Korherr.

Rückfragen:
Bernadette Korherr, Bakk.phil. BA
0664/6145071
bernadette.korherr@oegb.at

Bleib informiert über deine Arbeitswelt!
Jeden Freitag: Das Wichtigste aus einer Woche