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ÖGB NÖ Frauen: Equal Pay Day

Kinoabend und Verteilaktionen in Niederösterreich

Gleichberechtigung und faire Bezahlung sind noch lange nicht erreicht

Kinoabend "We want Sex"

Im Zuge des EPD haben die ÖGB NÖ Frauen nicht nur viele Aktionen in den Regionen durchgeführt, sondern auch einen Kinoabend in Kooperation mit der Arbeiterkammer NÖ, Abt. Frauenpolitik, erfolgreich abgehalten. Gezeigt wurde der Film "We want Sex".

Bei Verteilaktionen machten die ÖGB NÖ Frauen auf die ungerechte Einkommenssituation zwischen Mann und Frau aufmerksam. ÖGB NÖ-Landessekretärin Linda Keizer: „Frauen verdienen durchschnittlich immer noch 23,6 Prozent weniger als Männer! Anders gesagt: ab dem 23. Oktober 2021, auf den der Equal Pay Day heuer in Niederösterreich fällt, arbeiten Frauen bis Jahresende 70 Tage „gratis”!“. Eine Ungerechtigkeit, auf die die neue ÖGB-Landessekretärin in Niederösterreich, Linda Keizer, aufmerksam macht. „Es darf nicht hingenommen werden, dass Frauen heutzutage für die gleiche Arbeit immer noch weniger bezahlt bekommen als Männer!”

Einkommensunterschied hat drastische Konsequenzen

Denn dieses massive Gefälle im Erwerbsleben hat auch drastische Auswirkungen auf andere Lebensbereiche: „Frauenpensionen sind deutlich niedriger als jene der Männer, was wiederum das Risiko von Altersarmut erhöht. Darüber hinaus zwingt ein geringeres Einkommen Frauen auch noch im 21. Jahrhundert immer wieder in materielle Abhängigkeit von Männern.“, so Linda Keizer.

Bessere Bezahlung, Kinderbetreuungsplätze und Arbeitszeitverkürzung

Da die Gründe für das ungleiche Einkommen vielschichtig sind, treten die ÖGB-Frauen dafür ein, dass mehrere Maßnahmen gleichzeitig in Angriff genommen werden: Sie setzen sich für einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.700 Euro ein, der vor allem in frauendominierten Berufen große Dringlichkeit besitzt. Zudem wird auch immer wieder die Politik zum Handeln aufgefordert, etwa beim Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem 1. Geburtstag, der Müttern einen früheren Wiedereinstieg ins Berufsleben ermöglicht. Nicht zuletzt fordern die ÖGB-Frauen eine Arbeitszeitverkürzung und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, wie die im Sommer präsentierte „Familienarbeitszeit“ von AK und ÖGB – ein Modell, das Anreize für die gerechtere Verteilung von Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit zwischen Männern und Frauen setzt.

 

Reinhold Schneider
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Reinhold Schneider