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Nursery teacher with cute little children in kindergarten
©Pixel-Shot - stock.adobe.com

Betriebsräte und Personalvertreter in Kinderbildungseinrichtungen schlagen Alarm:

„Man hat uns ignoriert und vergessen“

Schon vor der Pandemie waren die schlechten Arbeitsbedingungen in den Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen auf der Agenda der PersonalvertreterInnen und der Gewerkschaften. Die Corona-Pandemie wirkt nun wie ein Brennglas auf die lange vorhandenen Versäumnisse der Landespolitik was die Qualität der Kinderbetreuung im Land betrifft. „Die Situation in den Einrichtungen ist nicht mehr tragbar und eine Zumutung für die Kinder und das Personal. Wir reden in Oberösterreich nur noch von Kinderbetreuung, Bildung ist unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich“, so Markus Niederhauser.

Er ist Hortpädagoge und Betriebsrat in den Familienzentren der OÖ. Kinderfreunde. Die für die Beschäftigten in den Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen zuständigen Gewerkschaften younion und GPA wurden schon in den vergangenen Jahren aktiv. So überreichten sie, nachdem sich Landesrätin Haberlander für unzuständig erklärt hatte, LH Thomas Stelzer im vergangenen Sommer Forderungen, die aus einer Erhebung über die Arbeitsbedingungen unter den Beschäftigten hervorgegangen waren.

In seiner Antwort vertröstete der Landeshauptmann jedoch auf die Zeit nach der Pandemie.

Bald nur noch Notbetrieb möglich 

Silvana Miljkovic, Personalvertreterin und Leiterin eines Kindergartens der Stadt Linz, ist nicht nur verärgert, sondern schlichtweg verzweifelt: „Die Politik hat auf die Probleme in den systemrelevanten Kinderbildungseinrichtungen nie reagiert. Pandemiebedingt haben sich die Rahmenbedingungen noch verschlechtert.“ Am fatalsten wirke sich auf ihre Arbeit der massive Personalmangel aus. „Wenn die Politik nicht sofort handelt, können wir nur noch einen Notbetrieb aufrechterhalten“, so Miljkovic weiter.

Die Gewerkschaften younion und GPA haben im Rahmen einer Petition tausende Unterschriften der betroffenen Beschäftigten gesammelt, die sie am 24. Jänner, dem „Tag der Elementarpädagogik“ der – nun doch wieder als Verantwortliche genannten - Landesrätin Haberlander übergeben werden.

„Wir brauchen dringend transparente Regeln hinsichtlich Testungen und Quarantäne in den Einrichtungen. Und wir brauchen jetzt und in Zukunft mehr Personal, bessere Rahmenbedingungen und eine der Verantwortung entsprechende Entlohnung“, so Miljkovic und Niederhauser. Setzt die Politik nach diesem Hilfeschrei nicht sofortige zielführende Maßnahmen, werden Betriebsräte und Gewerkschaften weitere Schritte setzen. Denn der verantwortungslosen Ignoranz der Politik hinsichtlich der katastrophalen Zustände in der Kinderbildung und -betreuung sehen sie nicht mehr länger zu.

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