Zum Hauptinhalt wechseln
Protestaktion "15 nach 12" der oö. Ordensspitäler am 15. Dezember 2021 mit AK-Präsident Andreas Stangl, Younion-Vorsitzendem Christian Jedinger, AK-Vizepräsident Helmut Woisetschläger (Landesvorsitzender Gewerkschaft Vida) und BR Erwin Deicker (KH Barmherzige Brüder)
AK OÃ / Wolfgang Spitzbart .

Es braucht JETZT Entlastung

Kollektivvertragsverhandlungen OÖ. Ordensspitäler: Keine Bewegung der Arbeitgeber in Richtung Arbeitszeitverkürzung

Es gibt keine Bereitschaft der Arbeitgeber, über die dringend notwendige Verkürzung der Wochenarbeitszeit der Beschäftigten in oö. Ordensspitälern zu verhandeln, so die ernüchternde Bilanz von Sebastian Prohaska, Zentralbetriebsratsvorsitzender des Ordensklinikums Linz, nach der zweiten Kollektivvertragsverhandlungsrunde am 3. Februar 2022. „Ähnliches gilt für unsere Forderung nach einer Bewertung der Löhne und Gehälter, die sowohl die herausragenden Leistungen aller Beschäftigten als auch die außergewöhnliche Teuerungsrate berücksichtigt. Man zeigt keinerlei Gesprächsbereitschaft, sondern verweist auf den Abschluss im Öffentlichen Dienst in der Höhe von durchschnittlich drei Prozent“, zeigt sich der KV-Verhandler enttäuscht.

Die Gewerkschaft vida hatte in der ersten Verhandlungsrunde am 18.01.2022 die Arbeitgeberseite aufgefordert, ein gemeinsames Maßnahmenpaket zu schnüren, um das dringend benötigte Personal für die Krankenhäuser gewinnen und mit attraktiven Arbeitsbedingungen halten zu können.

Beschäftigte sind am Limit und brauchen jetzt Entlastung
„Fakt ist: Wir brauchen jetzt eine spürbare Entlastung für unsere Kolleginnen und Kollegen, sie sind am Limit und haben das bei mehreren Aktionen deutlich hörbar kundgetan“, sagt Prohaska. „Ihre Hilfeschreie dürfen nicht ungehört verhallen. Wir müssen verhindern, dass nach der Corona-Welle eine Burnout-Welle über die Krankenhäuser rollt!“

Ein weiterer Punkt, so Erwin Deicker, Betriebsratsvorsitzender bei den Barmherzigen Brüdern in Linz und ebenfalls im Verhandlungsteam, sei die längst überfällige Übernahme jener Regelungen, die im Landesdienst unter das Kapitel „Familienförderung“ fallen. „Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr wieder um etwas streiten müssen, das in Wahrheit selbstverständlich sein sollte. Nämlich, dass Beschäftigte in einem Ordensspital gleich viel wert sind, wie Beschäftigte in einem Landeskrankenhaus. Zu einem kleinen Zugeständnis scheinen die Arbeitgeber bereit, eine vollständige Übernahme der Regelungen wird erneut abgelehnt“.

Landespolitik muss Verbesserungen budgetär ermöglichen
Der einzige Punkt, in dem die Arbeitgeberseite tatsächlich Offenheit signalisiert, ist die Forderung nach einer Ausbildungsoffensive, um den Personalnotstand zumindest ansatzweise mittelfristig in den Griff zu bekommen.

„Insgesamt“, so der Landesvorsitzende der Gewerkschaft vida, Helmut Woisetschläger, in einer ersten Stellungnahme, „zeigt die Arbeitgeberseite ein Verhalten, das wir seit Jahren kennen: Sie verweisen darauf, im Grunde keine Vereinbarungen treffen zu können, die Auswirkungen auf die Budgets haben, weil sie von den politisch Verantwortlichen in der Landesregierung abhängig seien. Wenn das so ist, dann müssen wir die Forderungen eben an die politisch Verantwortlichen im Land richten“.

Bleib informiert über deine Arbeitswelt!
Jeden Freitag: Das Wichtigste aus einer Woche