Oberösterreich

Klare Spielregeln für ErntehelferInnen

PRO-Ge fordert verpflichtende Beratung

Die für ErntehelferInnen zuständige Produktionsgewerkschaft PRO-GE verfolgt sehr genau die aktuelle Diskussion um ErntehelferInnen, die aus Osteuropa nach Oberösterreich kommen sollen, um auf heimischen Feldern die Obst- und Gemüseernte durchzuführen. Landeshauptmann Thomas Stelzer scheint dies, wie man den Medien und seinem Facebook-Auftritt entnehmen kann, ein großes Anliegen zu sein.

Dabei sind, neben der grundsätzlichen Möglichkeit des Grenzübertritts, noch einige weitere Fragen offen. „Wer bezahlt eigentlich für den Transport der Arbeitskräfte? Wir gehen davon aus, dass das nicht der Steuerzahler stemmen muss. Angesichts unserer massiven Arbeitslosen- und Kurzarbeitszahlen würde sich unser Verständnis dafür in sehr engen Grenzen halten“, fordert der Landessekretär der PRO-GE Oberösterreich, Michael Seemayer, eine klare Stellungnahme des Landeshauptmanns ein.

Weiters muss auch deutlich unterstrichen werden, dass die arbeitsrechtlichen Vorgaben einzuhalten sind. „Der Landwirtschaftsbetrieb im Bezirk Linz-Land, der ErntehelferInnen eingesperrt haben soll und der Verdacht des Lohn- und Sozialdumpings, den wir aus Tirol hören mussten, sind klare Warnsignale, dass man ganz genau hinschauen muss“, stellt Seemayer klar. Darüber hinaus muss – insbesondere in Corona-Zeiten – auch für ausreichende Hygienemöglichkeiten auf den Feldern gesorgt werden und die Unterkünfte so gestaltet werden, dass Sicherheitsabstände zwischen den ArbeiterInnen gewährleistet sind.

„ErntehelferInnen über ihre Rechte informieren“
Wenn schon ErntehelferInnen aus dem Ausland geholt werden, fordert die Gewerkschaft PRO-GE für diese eine verpflichtende arbeitsrechtliche Beratung. „Es ist nur fair, dass jene Menschen, die für die Landwirte offenbar so wichtig sind, auch umfassend über ihre Rechte informiert werden. Diese Beratungsleistung werden wir in diesem Fall gerne vornehmen“, sagt Seemayer. Die PRO-GE setzt sich mit ihrer „Sezonieri“-Kampagne gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen seit Jahren für die Rechte von ErntehelferInnen auf österreichischen Feldern ein.

Informationen zur „Sezonieri“-Kampagne finden Sie im Internet unter www.sezonieri.at.