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Christine Heitzinger
ÖGB OÖ

ÖGB OÖ-Heitzinger zum Frauentag: „Echte Entlastung für Frauen statt Verhöhnung!”

„Der Internationale Frauentag bietet eine gute Gelegenheit, um ungeschönt auf die Lebensrealität der Frauen in Österreich im Jahr 2024 aufmerksam zu machen: Nach wie vor sind es die Frauen, die sich um die Kinderbetreuung und den Haushalt kümmern und sich damit zwischen Beruf und Familie entscheiden müssen”, erklärt AK-Vizepräsidentin Christine Heitzinger, Frauenvorsitzende des ÖGB Oberösterreich. Viele Frauen würden so in Teilzeitjobs gedrängt, die nicht nur am Monatsende finanzielle Sorgen mit sich bringen, sondern auch zu Altersarmut in der Pension führen. „Die Regierung muss endlich Maßnahmen zur Entlastung von Frauen setzen, denn Teilzeitarbeit ist kein Privileg, wie Wirtschafts- und Arbeitsminister Kocher erst im Vorjahr behauptete, sondern für viele Familien angesichts der aktuellen Umstände schlicht die einzige Möglichkeit, alles unter einen Hut zu bringen“, so Heitzinger weiter.

Ohne Frauen würde Wirtschaft zusammenbrechen
Die aktuelle Zeitverwendungsstudie von vergangenem Dezember bestätigt: Frauen übernehmen nach wie vor zwei Drittel der unbezahlten Arbeit in den eigenen vier Wänden, und das unabhängig davon, wie sich das Haushaltseinkommen zusammensetzt. „Ohne die unbezahlte Arbeit, die Frauen tagtäglich leisten, würde unsere Wirtschaft zusammenbrechen”, erinnert Heitzinger und nennt auch die dringend nötige Grundlage für Verbesserungen: „Österreich braucht endlich familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und einen Rechtsanspruch auf einen beitragsfreien, vollzeittauglichen Kinderbildungsplatz ab dem ersten Geburtstag des Kindes, der auch in Randzeiten verfügbar ist. Leider gehören wir in Oberösterreich hier in allen Altersgruppen zu den Schlusslichtern“, so Heitzinger weiter. Die oö. Frauenvorsitzende verweist zudem auf das ÖGB-AK-Familienarbeitszeitmodell: „Mit unserem Familienarbeitszeitmodell, das die Zeit für Erwerbsarbeit und unbezahlte Arbeit zwischen Mann und Frau ausgleicht, liegt ein Konzept am Tisch. Die Bundesregierung könnte das Modell sofort umsetzen.“

Arbeitsbedingungen verbessern
Frauen bekommen 40 Prozent weniger Pension als Männer, zudem geht jede dritte Frau nicht aus einer Erwerbstätigkeit direkt in Pension. Damit mehr Frauen bis zur Pension arbeiten können, braucht es gute Arbeitsbedingungen und präventive Gesundheitsförderung. „Nur wer einen Job auch bis zur Pension machen kann, läuft im Alter nicht Gefahr in die Armut zu rutschen oder vom Partner abhängig zu sein”, erklärt Heitzinger vor allem in Anbetracht der gerade stattfindenden Anhebung des Frauenpensionsalters auf 65.

Verhöhnung statt finanzieller Absicherung
Die aktuelle Teuerung betrifft insbesondere Menschen, die sowieso schon wenig Geld haben – dazu gehören vor allem Frauen. Laut jüngsten Daten der Statistik Austria sind in Österreich mehr als eine halbe Million Menschen von Einkommensarmut betroffen, Alleinerzieherinnen sind dabei besonders gefährdet. „Wer weniger verdient, kann sich das tägliche Leben kaum leisten. Und auch Kinder, besonders von alleinerziehenden Müttern, sind immer mehr von Armut bedroht. Wir fordern daher einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 2.000 Euro. Das ist ein wichtiger Schlüssel zur finanziellen Absicherung von Frauen“, betont die Gewerkschafterin.

Frauen machen Zukunft, alte Rollenbilder hinter uns lassen
„Es ist an der Zeit, dass wir alte Rollenbilder sowohl im Privatleben als auch im Arbeitsleben hinter uns lassen”, betont Heitzinger. Gerade angesichts der Herausforderungen rund um die Bewältigung des Klimawandels, als auch der technologischen Veränderungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden Arbeitskräfte benötigt. Die ÖGB-Frauen sehen es daher als essenziell, dass mehr Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufsfeldern arbeiten. „Wir wollen Frauen vielfältigere Perspektiven eröffnen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass wir bei all den zukünftigen Herausforderungen einen gendergerechten Blick auf neue Technologien bekommen”, so die AK-Vizepräsidentin weiter. 

Anstatt echter Verbesserungen für Frauen sei gemäß dem kürzlich von der Regierung präsentierten Österreichplan aber offenbar Verhöhnung geplant: „Zuerst schafft man Realitäten, indem man Frauen aufgrund fehlender Kinderbetreuung in die Teilzeit drängt, und dann werden die Frauen auch noch dafür bestraft“, verweist Heitzinger auf den Vollzeitbonus. „Es ist an der Zeit, die Ängste und Sorgen der Frauen endlich ernst zu nehmen und ihnen die Wertschätzung entgegenzubringen, die sie verdienen. Denn ohne Frauen geht nichts.“

 

Rückfragen:
Stefan Fröhlich
ÖGB Oberösterreich
Kommunikation und Service
0664/6145123
stefan.froehlich@oegb.at

Datenschutzinformation: www.oegb.at/datenschutz

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