Oberösterreich

ÖGB OÖ zum Tag der MigrantInnen: Wir haben alle die gleichen Anliegen

Kalliauer: „Zusammenhalten für faire Bedingungen und ordentliche Bezahlung“

"Wenn man über Probleme im Job redet, ist es nicht immer einfach, die richtigen Worte zu finden. Das gilt erst recht, wenn man nicht in seiner eigenen Sprache spricht. Deshalb bietet der ÖGB in vielen Bezirken Oberösterreichs muttersprachliche Beratung in bosnisch-serbisch-kroatisch, türkisch, albanisch und italienisch. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – egal aus welchem Land – haben die gleichen Anliegen und Probleme. Wir alle wollen eine ordentliche Bezahlung und faire Bedingungen im Job. "Wenn wir uns spalten lassen, schwächen wir uns nur selbst", sagt ÖGB-Landesvorsitzender Dr. Johann Kalliauer anlässlich des „Tages der MigrantInnen“ am 18. Dezember.

Seit 2009 arbeiten im ÖGB Oberösterreich BetriebsrätInnen und ArbeitnehmerInnen mit Migrationshintergrund in einem Kompetenzforum zusammen. „Integration ist der Schlüssel zu einem friedlichen Miteinander“, betont Kalliauer. Gerade der Arbeitsplatz sei der beste Ort für gelebte Integration. Das Kompetenzforum biete darüber hinaus die in Österreich einzigartige Möglichkeit, sich in der Gewerkschaft einzubringen und die Politik des ÖGB OÖ aktiv mitzugestalten.

 

Die ÖGB-AktivistInnen wissen, wie schwierig es ist, sich in einem neuen Land zurechtzufinden. „Der ÖGB spielt eine wichtige Rolle bei der Integration ausländischer ArbeitnehmerInnen. Bereits in den 1970er Jahren wurden die Programme für die Weiterbildung und kulturelle Betreuung von ausländischen ArbeitnehmerInnen entwickelt. Die muttersprachliche Beratung, die schon seit den frühen 1970er Jahren angeboten worden ist, ist inzwischen erweitert worden und bedeutet eine große Hilfe. Wir wollen, dass der ÖGB auch in Zukunft eine Vorreiterrolle für ein gutes Miteinander aller Menschen, die in Österreich leben und arbeiten, spielt“, ergänzt Nisvet Veladzic, Vorsitzender des ÖGB-Kompetenzforums.

Die ArbeitnehmerInnen müssten zusammenhalten, um die Probleme in der Arbeitswelt zu lösen. Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise hätten viele migrantische ArbeitnehmerInnen ihre Jobs verloren. „Mit unseren Anliegen gehen wir im Gleichklang mit unseren österreichischen KollegInnen: Jetzt muss alles getan werden, um Arbeitsplätze zu retten. Und für jene Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, braucht es eine bessere Absicherung in Form eines höheren Arbeitslosengeldes“, so Veladzic. „Gemeinsam machen wir uns stark, dass nicht nur die ArbeitnehmerInnen die Kosten der Krise schultern. Es ist Zeit, über Millionärssteuern zu reden.“