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Pflegepaket in Privatwirtschaft immer noch nicht umgesetzt

Druck der Gewerkschaften im öffentlichen und im Ordens-Bereich erfolgreich

„Seit Februar sollte das Pflegepaket 2020 in allen Bereichen umgesetzt sein. Es ist eine Schande für die Träger, dass das im privatwirtschaftlichen Bereich immer noch nicht passiert ist“, sagt Andreas Stangl, Geschäftsführer der Gewerkschaft GPA Oberösterreich. Betroffen ist dabei vor allem die mobile Pflege. Dort sollen Altansprüche erst im Mai ausbezahlt werden, die aktuellen Verbesserungen für die Beschäftigten sind überhaupt noch nicht berücksichtigt. „Es kann nicht sein, dass die KollegInnen hier weitere Monate warten müssen. Von der vielzitierten Wertschätzung den KollegInnen in der Pflege gegenüber kann so keine Rede sein“, sagt Stangl und appelliert auch an die Landespolitik, den Druck auf die Betreiber zu erhöhen.

Geld im Kepler-Klinikum endlich angekommen
In anderen Bereichen hat der gewerkschaftliche Druck bereits Wirkung gezeigt. Mit heutigem Tag haben auch alle Beschäftigten im Linzer Kepler-Universitätsklinikum (KUK), für die Verbesserungen erreicht wurden, diese auch auf ihrem Gehaltszettel. „Es wäre uns zwar deutlich lieber gewesen, wenn die Politik schneller agiert hätte, aber nun sind wir froh, dass die KollegInnen durch unseren Druck endlich das erhalten, was ihnen auch zusteht“, sagt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft younion, Christian Jedinger.

Erfolgreich waren auch die GewerkschafterInnen in den oberösterreichischen Ordensspitälern. „In unseren Bereichen ist das Pflegepaket nun ebenfalls umgesetzt, berichten uns die KollegInnen vor Ort. Das wurde aber auch höchste Zeit“, sagt der Landesvorsitzende der zuständigen Gewerkschaft vida, Helmut Woisetschläger. Klar sei aber auch, dass das nur ein Zwischenziel gewesen sein kann. „Das Pflegepaket 2020 war ein erster, wichtiger Schritt. Wir müssen nun aber auch die nächsten Schritte gehen, etwa bei den ArbeiterInnen in den Spitälern und Heimen und vielen anderen KollegInnen, die ebenfalls dringend Verbesserungen brauchen und die das Land bisher nicht berücksichtigen wollte“, so Woisetschläger.