Salzburg

Ausbeutung und Sklaverei aus unserem Alltag verbannen!

Einhaltung der Menschenrechte und Achtung der Umwelt ist eine Verpflichtung!

Proschofski: Die EU-Kommission arbeitet eine gesetzliche Grundlage aus, um Unternehmen auch bei ihren Tochterunternehmen und Lieferketten zur Einhaltung der Menschenrechte und Achtung der Umwelt zu verpflichten. Als Gewerkschaft unterstützen wir dieses Vorhaben zu 100 Prozent und hoffen auf breite Beteiligung bei der Kampagne!“

 

Ob es nun um die Ausbeutung von ArbeitnehmerInnen, Sklaverei, die Verletzung der Menschenrechte oder die Zerstörung der Umwelt geht – all diese abscheulichen und zukunftsschädigenden Bedingungen begegnen uns jeden Tag. Kaffee, Kakao, Tee, Lebensmittel, Kleidung und vieles mehr – all diese Produkte, die wir im täglichen Leben brauchen und konsumieren werden oft unter furchtbaren Bedingungen produziert. „Als Gewerkschaft sind wir sehr bemüht, in unserem alltäglichen Handeln und unserem Konsumverhalten darauf zu achten, dass jene, die in der Produktion und in der Rohstoffgewinnung arbeiten auch gute Bedingungen vorfinden. So gibt es in unseren Büros z.B. nur fair gehandelten Kaffee oder Tee, wir bestellen Materialien bei heimischen Produzenten und Händlern, weil wir ja auch darauf bedacht sind, unsere regionalen Betriebe und Arbeitsplätze zu erhalten. Doch auch die Macht der KonsumentInnen ist beschränkt und oft gelingt uns das nicht so, wie wir das gerne möchten.“, informiert ÖGB-Landesgeschäftsführerin Gabi Proschofski und ergänzt: „Daher unterstützen wir auch das Vorhaben der Europäischen Kommission, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, um Unternehmen auch mit Blick auf ihre Zuliefererbetriebe und Tochterunternehmen zur Verantwortung zu ziehen, wenn es um die Einhaltung der ArbeitnehmerInnen- und Menschenrechte sowie Fragen des Umweltschutzes geht!“

Jetzt Kampagne unterstützen

Noch bis 8. Februar läuft das Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission, bei der jede/r Bürger/-in die Möglichkeit hat, sich am Vorhaben zu beteiligen. Dazu gibt es eine europaweite Kampagne, die auch vom Gewerkschaftsbund unterstützt wird. Vorbild ist Frankreich, wo bereits 2017 ein Gesetz verabschiedet wurde, das Unternehmen zur Verantwortung zieht. BürgerInnen haben derzeit noch die Möglichkeit, mit ihrer Unterschrift die Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen oder sich direkt am Konsultationsmechanismus zu beteiligen. „Natürlich ist es auch für Unternehmen oft schwer, nachzuvollziehen, ob die Produkte ihrer Zuliefererbetriebe unter menschenwürdigen Bedingungen produziert werden. Dennoch tragen sie auch Verantwortung.“, ist Proschofski überzeugt und ergänzt: „Gerade Salzburg ist ein Bundesland, das von Familienbetrieben und kleinen Unternehmen geprägt ist, in denen unsere BetriebsrätInnen auf die Einhaltung der Rechte der ArbeitnehmerInnen schauen und wo sehr hohe Umwelt- und Sozialstandards gelten. Im Wettbewerbsdruck mit großen Unternehmen, die billigst produzieren lassen und dabei auch Menschenrechtsverletzungen in Kauf nehmen, haben unsere heimischen Betriebe oft keine Chance. Darunter leiden die ArbeitnehmerInnen, die Arbeitsplätze und auch die Unternehmen.“

Proschofski selbst hat viele Jahre in der Privatwirtschaft gearbeitet und kann dabei auf ihre Erfahrungen zurückblicken: „Als ehemalige Betriebsrätin in einem Unternehmen der Bekleidungsindustrie weiß ich, wie gerade in dieser Branche der Druck auf Unternehmer und ArbeitnehmerInnen stetig gewachsen ist. Der Großteil der Bekleidungsindustrie ist mittlerweile in Billiglohnländern zu finden, mit oft menschenverachtenden Arbeits- und Produktionsbedingungen. Die Beschäftigten müssen mit Hungerlöhnen ihr Dasein bestreiten und die Umwelt wird zunehmend zerstört.“, berichtet Proschofski und ergänzt: „Es wurde über all die Jahre immer schwieriger, Arbeitsplätze zu halten und der tägliche Leistungsdruck in der Produktion wurde immer höher. Kein Wunder, wenn man T-Shirts für drei oder fünf Euro kaufen kann, dann muss jedem klar sein, dass niemand der an der Produktion, Rohstoffgewinnung oder Lieferung beteiligt ist, davon noch leben kann.“

 

 

Link zur Petition: https://www.enforcinghumanrights-duediligence.eu/de