Salzburg

Ein bisschen mehr Realität bitte!

Maskenpflicht für PädagogInnen extrem belastend, rasches Impfen nötig

Die heute in Kraft getretene Fassung der 3. Covid-Notverordnung zur Regelung der Tragepflicht von FFP2-Masken sorgt für massive Aufregung unter PädagogInnen in Kinderbildungs-Einrichtungen wie Krabbelstuben oder Kindergärten.

 

„Nachdem nun monatelang die Sorgen und Nöte der PädagogInnen ignoriert wurden, sehen wir uns plötzlich mit der FFP2-Maskenpflicht und einer erweiterten Abstandsregelung konfrontiert“, ist Petra Berger-Ratley, Vorsitzende der Daseinsgewerkschaft younion Salzburg, massiv verärgert. „Kinder und hier vor allem Krabbelkinder sind auf Körperkontakt angewiesen. Unsere engagierten Kolleginnen und Kollegen in den Kinderbildungs-Einrichtungen arbeiten nun bereits seit fast einem Jahr trotz Corona. Und die Einrichtungen sind zum Teil zu 70% besetzt, weil viele Eltern trotz Lockdown arbeiten müssen.“

 

„Die MitarbeiterInnen bringen täglich ihre hohe Kompetenz ein, lösen mit Herzlichkeit und viel Engagement große und kleine Probleme und bereiten unsere Kinder auf die Welt vor. Und das alles mit dem permanenten Risiko einer Corona-Infektion ausgesetzt zu sein. Bisher war das alles egal, die Notrufe nach Wien sind offenbar irgendwo vor Linz verpufft!“, so Berger-Ratley.

 

Schutz – nicht weitere Belastungen!

 

„Diese neue Regelung ist völlig an der Realität vorbei formuliert“, wundert sich Gabi Proschofski, Landesgeschäftsführerin des ÖGB Salzburg. „Hier wird mehr Schutz versprochen, doch dieser vermeintliche Schutz vor der Ansteckung darf unter keinen Umständen zu einer Belastung für die MitarbeiterInnen werden“, fordert Proschofski.

 

„In den Schulen mag die Pause vom Maskentragen ja noch funktionieren, hier sind die Einheiten vorgetaktet. Doch wie ich einem Krabbelkind, das schnell eine frische Windel braucht oder dringend in den Arm genommen werden muss, erklären soll, dass jetzt meine ‚vorgeschriebene‘ Maskenpause erfolgen soll, ist mir schleierhaft!“

 

Testen und Impfungen vorziehen

 

„Während man für Schulen Corona-Maßnahmenpläne und Testungen entwickelt und Testkits bestellt hat, sind die Kindergärten wieder einmal sich selbst überlassen. Bereits bei der Freistellung von Schwangeren wegen Covid-19 wurde zwischen öffentlichen Kindergärten und privaten Kindergärten unterschieden. Der Virus unterscheidet aber sicher nicht, wo die Pädagoginnen beschäftigt sind“, weist Petra Berger-Ratley auf eine weitere Ungleichbehandlung hin.

Gabi Proschofski fordert daher rasche Impfungen für alle PädagogInnen: „Die Covid-Impfungen müssen für diesen wichtigen Bereich spätestens Ende Februar starten! Und auch bei den Testmöglichkeiten muss sich für das Kindergarten- und Hortpersonal unbedingt etwas verbessern. Wir fordern, dass es freiwillig, regelmäßig und am besten vor Ort während der Betriebszeiten möglich werden soll sich testen zu lassen. Ebenso wären zusätzliche Testkits für Eltern, die sich testen lassen wollen, wünschenswert“, so die ÖGB-Landesgeschäftsführerin.