Zum Hauptinhalt wechseln
Krakenimages.com_adobestock.com

Elementarpädagogik

Investitionen in Kinderbildung sind Investitionen in Zukunft

Zu wenige Kinderbildungseinrichtungen, zu wenig Personal, schlechte Rahmenbedingungen und zu wenig Einkommen – ein Blick auf Salzburgs Kinderbildungseinrichtungen zeigt deutlich das Ergebnis einer jahrelangen verfehlten Politik. „Die Auswirkungen sind fatal – vor allem für die Kleinsten in unserer Gesellschaft. Denn wenn bereits im Kleinkindalter die entsprechenden Bildungsangebote fehlen, wirkt sich das auf das ganze Leben der betroffenen Kinder aus. Im Kleinkindalter werden die Grundlagen für einen guten Bildungsweg gelegt. Nur so können wir Chancengerechtigkeit erzielen und Kinder den Grundstein für ein gutes Leben garantieren“, fasst ÖGB-Landesvorsitzender und AK-Präsident Peter Eder die aktuelle Situation zusammen.

wildbild
"Wenn bereits im Kleinkindalter die entsprechenden Bildungsangebote fehlen, wirkt sich das auf das ganze Leben der betroffenen Kinder aus. Im Kleinkindalter werden die Grundlagen für einen guten Bildungsweg gelegt. Nur so können wir Chancengerechtigkeit erzielen!"
Peter Eder, ÖGB-Landesvorsitzender & AK-Präsident

Die Zeit ist reif

Arbeiterkammer und Gewerkschaften haben in den vergangenen Jahren wiederholt versucht, für ihre Rezepte für qualitativ hochwertige Kinderbildungseinrichtungen Gehör bei den zuständigen Politiker:innen zu finden, wie Petra Berger-Ratley, ÖGB Landesfrauenvorsitzende und Landesvorsitzende der Gewerkschaft younion (zuständig für die Gemeindekindergärten), berichten kann: „Es ist längst fünf nach zwölf in unseren Kinderbetreuungseinrichtungen. Zahlreiche Gespräche mit der Politik und das wiederholte Aufzeigen gravierender Missstände haben bislang keinen Stein ins Rollen gebracht. Zum Tag der Elementarpädagogik fordere ich die zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Svazek daher eindringlich auf, ihren Worten endlich Taten folgen zu lassen. Die Elementarpädagog:innen und wir als Fachgewerkschaft sind uns einig: Die Zeit ist reif!“

Volle Zustimmung gibt es hier auch von der Gewerkschaft GPA, die für die privaten Kinderbildungseinrichtungen zuständig ist: „Große Gruppen, zu wenig Personal und wenig Zeit für Vor- und Nachbereitung – das sind die großen Probleme in der Kinderbildung, die wir seit Jahren ansprechen, die aber aufgrund der Sparpolitik schlimmer statt besser werden“, berichtet Orhan Dönmez, zuständiger Sekretär der Gewerkschaft GPA und ergänzt: „Die Arbeitnehmer:innen-Vertretungen sind sich einig was es braucht – wir hören es ja auch jeden Tag von den Arbeitnehmer:innen in dem Bereich. Nun muss die Landespolitik handeln.“

ÖGB, Gewerkschaften und Arbeiterkammer Salzburg haben im Austausch mit den Arbeitnehmer:innen folgende Forderungen erarbeitet:

  • Kleinere Gruppen & bessere Betreuungsschlüssel
  • Ausreichend Zeit für Planung, Beobachtung und Reflexion: Dazu zählt auch, dass ausreichend Zeit für Vor- und Nachbereitung bleibt, Pädagog:innen selbst entscheiden können, wo sie diese Arbeit machen und eine bezahlte Supervision erhalten.
  • Faire Bezahlung & bessere Rahmenbedingungen
  • Eine einheitliche, hochwertige Ausbildung
  • Bundesweit einheitliche Standards statt eines eigenen Gesetzes für jedes Bundesland
  • Bezahlte Supervision: Diese muss verpflichtend vom Dienstgeber angeboten, bezahlt und bei Bedarf genutzt werden können – denn die Arbeit in der Kinderbetreuung ist herausfordernd.
  • Multifunktionale Teams: Ergänzt durch Sozialarbeiter:innen und andere Fachkräfte, weil jedes Kind, jede Gruppe und immer mehr Eltern individuelle Bedürfnisse haben.
  • Einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem ersten Geburtstag.
  • Heilpädagogische Zentren: Sie sollen zur Entlastung beitragen, da die Anzahl von besonderen Bedürfnissen der Kinder stetig steigt.

AK-Bericht zeigt: Vor allem Frauen leiden unter der aktuellen Situation

Neben den Kindern leiden vor allem Frauen an der aktuellen Situation. Denn immer noch sind es vor allem Frauen, die im Bereich der Elementarpädagogik tätig sind. Und es sind vor allem auch Frauen, die unter dem mangelnden Angebot an den notwendigen Einrichtungen leiden. Hinzu kommt, dass die Landesregierung auch noch weitere Sparmaßnahmen in diesem Bereich vornimmt. „Auch nach 15 Jahren hat es die Landesregierung immer noch nicht geschafft, das ‚Barcelona-Ziel‘, wonach mindestens für 33% der unter 3-jährigen ein Betreuungsplatz vorhanden sein muss, umzusetzen.“, informiert Eder und ergänzt: „Der neue AK-Bericht zur Situation in der elementaren Kinderbildung und -betreuung zeigt, dass sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sogar verschlechtert hat. Nur noch 33,5 Prozent der Einrichtungen im Bundesland bieten die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren. Das ist ein Minus von vier Prozentpunkten im Jahresvergleich. Und auch die Sommerschließzeiten werden mehr statt weniger.“

Arne Müseler

Weitere Ergebnisse aus dem AK-Bericht

  • Salzburg hinkt bei Besuchsquoten der unter 3-Jährigen auch im Bundesländervergleich hinterher
  • Tägliche Öffnungszeiten sind zu selten mit der Erwerbstätigkeit der Eltern vereinbar
  • Personalsituation spitzt sich immer weiter zu

„Care-Arbeit ist Frauenarbeit – egal, ob bezahlt oder unbezahlt. Das sollte zwar mittlerweile anders sein, ist es aber nicht. Insofern werden Frauen dank dieser Sparpolitik immer noch mehr belastet. Diese Belastung trifft Mütter genauso wie die Pädagog:innen und das darf einfach nicht sein.“, fasst Berger-Ratley zusammen.

Bleib informiert über deine Arbeitswelt!
Das Wichtigste auf einen Blick