Ausstellung
Inhaftierte Gewerkschafter:innen in Belarus
Mit einer neuen Wanderausstellung setzt der ÖGB ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit den in Belarus verfolgten und inhaftierten Gewerkschafter:innen. Die Ausstellung erinnert an jene Menschen, die sich für Demokratie, freie Wahlen und Arbeitnehmer:innenrechte eingesetzt haben und dafür teilweise jahrelange Haftstrafen verbüßen müssen.
Die Ausstellung besteht aus sechs Roll-Ups mit den Gesichtern und Geschichten von zehn in Belarus inhaftierten Gewerkschafter:innen. Ergänzend dazu werden Informationen über die gewerkschaftlichen Solidaritätsaktionen in Österreich präsentiert. Auch ein begleitender Folder bietet einen Überblick über die Situation in Belarus und die internationale Unterstützung für die Betroffenen.
Internationale Solidarität zeigt Wirkung
Ein wichtiges Zeichen der Hoffnung ist die Freilassung von Aleksandr Yarashuk, dem Präsidenten des unabhängigen belarussischen Gewerkschaftsbunds BKDP. Yarashuk war im April 2022 gemeinsam mit zahlreichen weiteren Gewerkschafter:innen festgenommen worden. Hintergrund waren die Proteste gegen die umstrittene Wiederwahl von Machthaber Alexander Lukaschenko sowie das Eintreten für demokratische Grundrechte und freie Gewerkschaften.
Im Dezember 2022 wurde Yarashuk zu vier Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Nach internationalem Druck und zahlreichen Solidaritätsaktionen wurde er im September 2025 aus der Haft entlassen und nach Litauen abgeschoben. Heute lebt er in Deutschland und engagiert sich bei der Organisation Salidarnast für den Wiederaufbau einer unabhängigen Gewerkschaftsbewegung in Belarus sowie für die Freilassung seiner weiterhin inhaftierten Kolleg:innen.
ÖGB setzt Solidaritätsarbeit fort
Bereits im Herbst 2022 hatte der ÖGB beim Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) eine internationale Solidaritätskampagne für die sofortige Freilassung der in Belarus inhaftierten Gewerkschafter:innen gestartet. Zahlreiche Gewerkschaften weltweit beteiligten sich daran und machten über politische sowie öffentliche Kanäle Druck auf das Regime.
Diese Unterstützung bleibt weiterhin notwendig: Noch immer befinden sich 20 Gewerkschafter:innen in Haft. Einige von ihnen wurden allein aufgrund ihrer Teilnahme an Streiks und friedlichen Protesten zu Haftstrafen von elf, zwölf oder sogar vierzehn Jahren verurteilt.
Solidarität kennt keine Grenzen
Die Ausstellung soll die Schicksale der Betroffenen sichtbar machen und daran erinnern, dass gewerkschaftliche Rechte und demokratische Freiheiten keine Selbstverständlichkeit sind. Gleichzeitig zeigt sie, dass internationale Solidarität Wirkung entfalten kann.
Solange Gewerkschafter:innen wegen ihres Engagements für Arbeitnehmer:innenrechte und Demokratie verfolgt werden, bleibt es wichtig, Öffentlichkeit herzustellen, Druck aufrechtzuerhalten und Solidarität zu zeigen. Die Ausstellung leistet dazu einen wichtigen Beitrag und macht deutlich: Der Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und gewerkschaftliche Rechte endet nicht an nationalen Grenzen.
Ausstellungseröffnung mit Mag.a Isabelle Ourny, 5. Oktober 2026, 17:30 Uhr
ÖGB Graz, Fritz-Matzner-Saal, Eggenberger Allee 49
Eintritt frei! Keine Anmeldung erforderlich.