8. März:
Achtung vor Rückschritten in der Gleichstellung!
Während nach wie vor wenig Frauen in Österreich – und speziell in Tirol – Führungspositionen besetzen, gerät die Frauenförderung in den Betrieben ins Hintertreffen. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März warnt Tirols geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende und Landesfrauenvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied vor Rückschritten bei der Gleichstellung. Sie betont: „Aktuelle Studien zeigen deutlich: Trotz einzelner Fortschritte bestehen weiterhin massive strukturelle Hürden für Frauen – insbesondere in Führungspositionen und beim beruflichen Aufstieg. Wir brauchen endlich echte Gleichstellung und zwar auf allen Ebenden!“
Eine aktuelle Auswertung des Informationsdienstleisters CRIF Österreich zeigt, dass der Frauenanteil in Führungspositionen in Österreich zwar leicht gestiegen ist und aktuell bei 31,4 Prozent liegt. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen jedoch weiterhin ein strukturelles Ungleichgewicht: In den Vorständen großer Unternehmen sind lediglich 12,3 Prozent der Positionen von Frauen besetzt, bei Geschäftsführer:innen liegt der Anteil bei 15,9 Prozent. Besonders alarmierend ist aus Sicht der Gewerkschaft Tirol der Bundesländervergleich: Hier liegt Tirol mit 25,7 Prozent gemeinsam mit Vorarlberg am Ende des Rankings.
Drei Viertel der Führungskräfte in Tirol Männer
„Nur ein Viertel aller Führungskräfte in Tirol ist weiblich. Diese Zahlen zeigen klar: Von echter Gleichstellung sind wir noch weit entfernt. Tirol hat massiven Aufholbedarf!“, zeigt die Gewerkschafterin auf und weiter: „Chefinnen sind wichtige Vorbilder, sie haben auch häufig mehr Bewusstsein für strukturelle Benachteiligungen und können Frauen im Team besser unterstützen und fördern. Umso wichtiger ist es, in den Führungsetagen endlich ein Gleichgewicht herzustellen.“
Frauenförderung verliert in Unternehmen an Priorität
Laut einer aktuellen Umfrage von Deloitte Österreich verliert jedoch die Förderung von Frauen in vielen Unternehmen derzeit an Bedeutung. 18 Prozent der befragten Betriebe geben an, ihren Fokus aktuell auf andere Themen zu legen, während Diversitäts- und Gleichstellungsziele in den Hintergrund rücken. „Die Betriebe sind hier in der Verantwortung, die strukturellen Barrieren endlich abzubauen. An der Qualifikation von Frauen liegt es definitiv nicht – diese sind nachweislich oft besser ausgebildet als ihre männlichen Kollegen“, zeigt Föger-Kalchschmied auf und fordert umfassende Maßnahmen: „Die Unternehmen müssen Gleichstellung endlich ernst nehmen und verbindliche Gleichstellungsziele festlegen, transparente Karriere- und Beförderungsprozesse implementieren sowie Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzen. Darüber hinaus braucht es die gezielte Förderung von Frauen in unterrepräsentierten Branchen und Führungspositionen.
Internationaler Frauentag bleibt politischer Auftrag
Der Internationale Frauentag erinnert daran, dass Gleichstellung kein Selbstläufer ist. „Fortschritte der letzten Jahre dürfen nicht durch wirtschaftliche Unsicherheiten oder politische Prioritätenverschiebungen gefährdet werden. Gerade wenn Unternehmen unter Druck stehen, zeigt sich, welchen Stellenwert Gleichstellung tatsächlich hat. Wir werden nicht akzeptieren, dass Frauenförderung zum Sparposten wird“, warnt die Tiroler ÖGB-Chefin abschließend.