Erfolgsgeschichte seit 75 Jahren

Mitspracherecht und gute Ausbildung größte Anliegen der Gewerkschaftsjugend

Mitsprache im Betrieb, Stärkung der demokratischen Grundrechte, eine konsequente Verbesserung des Aus- und Weiterbildungsangebotes sowie die generelle Interessensvertretung junger Menschen sind die zentralen Grundpfeiler der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Ein Erfolgskonzept, das mittlerweile seit 75 Jahren auch in Tirol besteht.

 

Im Betrieb ist die Gewerkschaftsjugend mittlerweile nicht mehr wegzudenken: In knapp 50 Tiroler Unternehmen sind über 170 JugendvertrauensrätInnen aktiv. „Viele junge ArbeitnehmerInnen werden Jugendvertrauensrat, weil sie ernst genommen werden wollen, ihr Mitspracherecht wahrnehmen möchten und ihre Interessen sowie die ihrer jungen KollegInnen auf diese Art vertreten wollen. Das sind Kompetenzen, die sie in keiner Schule lernen können“ erklärt Tirols ÖGJ-Vorsitzender Thomas Spiegl die Bedeutung dieser Funktion. „Die Abschaffung des Jugendvertrauensrates, wie sie 2019 von Regierungsseite im Raum stand, konnte glücklicherweise durch gute Zusammenarbeit und unsere Mitgliederstärke abgewandt werden. Aber diese Ausnahmesituation hat uns auch gezeigt: Für Jugendarbeit zu kämpfen ist wichtiger denn je, wenn wir uns gemeinsam für unsere Ziele einsetzen, können wir vieles bewegen!“ Zuletzt hatte die ÖGJ in Tirol ein insgesamt 16 Punkte umfassendes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Lehre erarbeitet. Über 10.000 Lehrlinge befinden sich derzeit in Ausbildung in ganz Tirol.

 

Breites Angebot

Die ÖGJ Tirol kann auf eine vielfältige und erfolgreiche 75-jährige Geschichte zurückblicken. „Als Interessensvertretung von Jugendlichen haben wir schon vieles geschafft: Die Qualitätsausbildung in der Lehre verbessert, höhere Studienbeihilfen erreicht, die Ausbildungsgarantie bis 18 umgesetzt, uns für die Digitalisierung in der Lehrausbildung stark gemacht, aber auch viele Freizeit- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung gestellt“, resümiert Spiegl. „Ob Erste-Hilfe-Kurse oder Bildungsfahrten beispielsweise ins ehemalige Konzentrationslager Mauthausen – es ist uns wichtig, unser Angebot an die Interessen der Jugendlichen anzupassen und ihnen so viel wie möglich auf ihren Weg mitzugeben.“

 

Dass die Gewerkschaftsjugend unter anderem als Karrieresprungbrett gilt, haben die vergangenen Jahre gezeigt. Viele Persönlichkeiten, die Politik und Wirtschaft heute maßgeblich prägen, haben ihre Wurzeln in der ÖGJ Tirol. „Mich schon als Jugendlicher in der ÖGJ für soziale Gerechtigkeit einzusetzen, hat mich definitiv für mein späteres Leben geprägt. Noch heute blicke ich gerne auf diese spannende Zeit zurück“, so ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth.

 

Aufgrund der aktuellen Situation werden die Feierlichkeiten rund um das 75-jährige Jubiläum der ÖGJ Tirol auf Herbst verschoben, um dann eine gebührende Veranstaltung ausrichten zu können.