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Neuregelung der Schulassistenz:

Zugang zur Bildung für alle sicherstellen!

„Eine gute Bildung von Klein auf ist das Fundament für den weiteren Bildungsweg. Umso wichtiger ist es, allen – und zwar wirklich allen – Kindern die gleichen Chancen zu geben“, so Tirols geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied. Sie betont, dass es bei der Neuregelung der Schulassistenz zu keinen Verschlechterungen für Kinder und Beschäftigte kommen dürfe. Auch Drohgebärden seien bei diesem wichtigen Thema absolut fehl am Platz. 

Die Schulassistenz sichert Teilhabe an Bildung und Gesellschaft.
Sonja Föger-Kalchschmied, gf. ÖGB-Landesvorsitzende

Zeitschiene sorgt für Unsicherheit
„Die Schulassistenz stellt sicher, dass alle Kinder jene Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Sie sichert Teilhabe an Bildung und Gesellschaft. Doch nicht nur Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf profitieren davon, sondern alle – indem sie wertvolle Erfahrungen sammeln und die soziale Kompetenz stärken“, verweist Föger-Kalchschmied auf die Bedeutung der Schulassistenz. Umso wichtiger sei es, diese Teilhabe auch in Zukunft abzusichern. Die neue Richtlinie soll in Tirol mit 1. April in Kraft treten. Diese knappe Zeitschiene bewertet die Tiroler ÖGB-Chefin kritisch: „Wir verstehen die Eile des Inkrafttretens nicht, vor allem angesichts der Tatsache, dass in den letzten Wochen und Monaten offensichtlich wenig passiert ist. Eltern wie auch die Beschäftigten benötigen Sicherheit, Planbarkeit und entsprechende Vorlaufzeiten. Hier muss endlich Klarheit geschaffen werden!“ Die Gewerkschafterin kritisiert zudem, dass der ÖGB als überparteiliche Interessensvertretung in den Entstehungsprozess nicht eingebunden war. 

Halbwirth

Berufsbegleitende Ausbildung forcieren
„Schulassistent:innen machen Inklusion im Bereich der Bildung überhaupt erst möglich. Allzu oft müssen sie ihre Tätigkeit allerdings ohne entsprechende Ausbildung ausüben – und das in einem Bereich, der sehr hohe Anforderungen an die Mitarbeiter:innen stellt“, verweist Föger-Kalchschmied auf einen weiteren wichtigen Punkt. Sie spricht sich für eine berufsbegleitende Ausbildung für Schulassistent:innen aus. Dem Argument der steigenden Kosten nimmt sie gleich den Wind aus den Segeln: „Qualifikation bedeutet Qualität und Effizienz, zudem senkt sie die Fluktuation. Im Endeffekt rechnet sich jede Investition!“

Gemeindeverbands-Ultimatum: Streit auf Rücken der Kinder
Kritik übt sie auch am von Gemeindeverbandspräsident Karl-Josef Schubert gestellten Ultimatum: „Ich kann die Sorgen der Gemeinden absolut nachvollziehen. Es kann allerdings nicht sein, dass der Streit über die Finanzierung jetzt auf dem Rücken von Kindern mit erhöhtem Unterstützungsbedarf ausgetragen wird. Damit verunsichert man die Betroffenen nur noch mehr.“ Schubert will allen Gemeinden empfehlen, im kommenden Herbst nur dann Schulassistenten zu beschäftigen, wenn der Bund die Finanzierungslücke schließt. Föger-Kalchschmied betont, dass die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung verfassungs- und völkerrechtlich abgesichert ist. Betroffene sind daher nicht als „Bittsteller:innen“ oder Antragsteller:innen zu sehen, sondern haben ein Recht darauf.

Breite Transparenz notwendig
Föger-Kalchschmied fordert zudem breite Transparenz bei der Ausgestaltung der Richtlinie: „Landesrätin Cornelia Hagele muss sicherstellen, dass alle Interessen berücksichtigt werden. Die Expertise aller Beteiligten, Organisationen und Verbände ist unverzichtbar – gerade bei einem so wichtigen Thema wie der Zukunft von Kindern!“.  

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