GPA und ÖGB
begrüßen Maßnahmenpaket zur Senkung der Spritpreise
Mit dem heute im Ministerrat beschlossenen Maßnahmenpaket zur Senkung der Spritpreise wurden weitere preisdämpfende Initiativen von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. „Jede Entlastung ist ein wichtiger Schritt, um die steigenden Lebenshaltungskosten für die Beschäftigten abzufedern. Dass die Bundesregierung so rasch reagiert hat, begrüßen wir außerordentlich“, betont Tirols geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied. Gleichzeitig warnt sie jedoch davor, die Situation vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu unterschätzen, die beruflich auf ihr eigenes Fahrzeug angewiesen sind: „Das Kilometergeld reicht angesichts der gestiegenen Anschaffungs- und Instandhaltungskosten von Fahrzeugen, explodierender Parkgebühren und der hohen Spritpreise längst nicht mehr aus, um die Kosten zu decken.“
Besonders betroffen sind Beschäftigte in den Mobilen Diensten, etwa in der Pflege, Betreuung oder im sozialen Bereich, aber auch Außendienstmitarbeiter:innen beispielsweise bei Versicherungen oder im Handel „Diese Menschen leisten tagtäglich unverzichtbare Arbeit und sind darauf angewiesen, mit dem eigenen Auto von Einsatzort zu Einsatzort zu gelangen. Für sie ist das Auto kein Luxus, sondern ein notwendiges Arbeitsmittel“, betont Föger-Kalchschmied. Die mit 1. Jänner 2025 in Kraft getretene Erhöhung des Kilometergeldes sei zwar ein wichtiger Schritt gewesen, reiche aber längst nicht mehr aus, um die tatsächlichen Kosten abzudecken. „Hier werden weitere Maßnahmen notwendig sein, damit die Menschen nicht unterm Strich draufzahlen. Wer Fahrten mit seinem privaten PKW im Auftrag des Arbeitgebers erledigt, darf keine Verluste erleiden. Alternativ müssen die Betriebe vermehrt Dienstautos zur Verfügung stellen“, so Föger-Kalchschmied. Die Nutzung von Bahn oder Bus sei vielerorts nicht machbar – sowohl zeitlich als auch aufgrund fehlender Anbindungen.
„Die Einsatzorte wechseln ständig und liegen nicht immer an gut angebundenen Standorten. Dazu kommt die zeitliche Komponente: Mit Öffis wären die Routen in der veranschlagten Zeit nicht zu schaffen. Hier braucht es praktikable Lösungen für jene Beschäftigten, die zur Ausübung ihres Berufs auf ein Fahrzeug angewiesen sind – und dafür ihr privates zur Verfügung stellen“, betont auch Ralf Wiestner, stv. Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft GPA Tirol, dass der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel für viele dieser Beschäftigten keine realistische Alternative darstelle. Das eigene Fahrzeug ist für viele Beschäftigte essentiell, um zum Arbeitsort zu gelangen. Früh- oder Spätschichten, entlegene Arbeitsorte oder Dienstfahrten während des Arbeitstages machen den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oft unmöglich.
Beide bewerten die nächsten Schritte zur Inflationsbekämpfung als zentral für die Beschäftigten: „Die Vorgängerregierung auf Bundesebene hat den folgenschweren Fehler begangen, zwar gießkannenartig Gelder zu vergeben, aber die Inflation in keinster Weise einzudämmen. Unter den daraus resultierenden Kostenexplosionen leiden Arbeitnehmer:innen und Unternehmen gleichermaßen. Umso wichtiger ist es, dass die aktuelle Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkannt hat und auf preissenkende Maßnahmen setzt!“