Tirol

Politik muss soziale Handschrift tragen

„Die Menschen haben große Sorgen“

„Viele Menschen in unserem Land haben große Sorgen: Sorgen um die Kinder, Sorgen um die Älteren, Sorgen um Arbeitsplatz, Existenz und die Gesundheit. Täglich erreichen uns Anrufe und Nachrichten besorgter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, zeigt Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth die derzeit schwierige Situation auf. Er sieht die Politik gefordert, für soziale Absicherung zu sorgen und breite Maßnahmen zur Bewältigung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise zu setzen.

„Mit dem Erfolgsmodell Kurzarbeit konnten in Tirol tausende Arbeitsplätze gerettet werden. Dennoch machen sich naturgemäß nach zehn Monaten die Einkommenseinbußen deutlich bemerkbar, das trifft in vielen Fällen die Ärmsten unserer Gesellschaft aber auch die sogenannte Mittelschicht, die oft seit knapp einem Jahr mit bis zu 20 Prozent weniger Einkommen zurechtkommen muss. Ein Beispiel: Einer vierköpfigen Familie, wo sich beide Elternteile in Kurzarbeit befinden, fehlen monatlich sogar bis zu 40 Prozent des Haushaltseinkommens! Zudem sind Zuschläge wie beispielsweise für Überstunden weggefallen. Zu viele Menschen müssen seit mittlerweile knapp einem Jahr mit deutlich weniger Geld zurechtkommen. Die ohnehin hohen Lebenserhaltungskosten in Tirol, Kreditraten und Fixkosten sind in der Krise gleichgeblieben oder sogar gestiegen. Das geht sich irgendwann nicht mehr aus!“, warnt der Tiroler ÖGB-Vorsitzende.

Hinter allen liege ein äußerst herausforderndes Jahr, die Krise habe deutliche Spuren hinterlassen. „Jetzt ist die Politik am Zug! Neben Absicherungsmaßnahmen für Menschen ohne Job, wie eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent Nettoersatzrate, ist auch ein erleichterter Zugang zu Sozialleistungen dringend notwendig. Nicht vorbei kommen werden wir zudem an weiteren konjunkturbelebenden Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze“, so Wohlgemuth.

„Viele Menschen in unserem Land stehen noch immer vor großen existenziellen und persönlichen Herausforderungen. Und trotzdem zeigt sich genau eines: Es sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land, die uns durch diese Krise führen, die unser Land in den letzten Monaten am Laufen gehalten haben. Sehr viele Berufsgruppen gehören zu den sogenannten systemrelevanten Berufen und sind die wahren Heldinnen und Helden unserer Gesellschaft! Ihnen allen müssen wir jetzt unter die Arme greifen, mit einer guten Absicherung, einer Stärkung der Kaufkraft und Initiativen, die wieder für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen, Arbeitsplätze retten und neue schaffen!“