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Freundliche Empfangsdame hilft einer Frau
Jacob Lund Photography

Sozialratgeber soll Hilfesuchenden Überblick über Angebote ermöglichen

Immer mehr Menschen in Tirol bekommen die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren, der Bedarf an Unterstützungs- und Fördergeldern steigt. Allerdings wissen Betroffene oft nicht um die entsprechenden Hilfsangebote bzw. wo sie die Sozialleistungen beantragen können. Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth fordert daher das Land Tirol auf, einen Sozialratgeber nach dem Vorbild Oberösterreich zu entwickeln. Alle Unterstützungsangebote sollen übersichtlich abrufbar sein – sowohl digital wie auch in gedruckter Version.

 

„Die Corona-Krise hat Tirol und seine Bevölkerung in voller Härte getroffen. Auf eine Gesundheitskrise folgte eine Wirtschafts- und Arbeitsmarktkrise und viele Menschen kamen in finanzielle und existenzielle Bedrängnis. Viele Tirolerinnen und Tiroler wussten nicht und wissen bis heute nicht, welche Art von Sozialleistungen es in unserem Land gibt“, begründet Wohlgemuth seine Initiative. Er fordert das Land auf, einen solchen Sozialratgeber nach dem Vorbild in Oberösterreich zu entwickeln. „Gerade in der jetzigen Zeit bewahren Sozialleistungen viele Menschen vor dem sozialen Totalabsturz. Umso wichtiger ist es, dass wirklich jede und jeder niederschwellig Zugang hat und sich über seine Ansprüche informieren kann“, bekräftigt Wohlgemuth.

 

Armut nimmt weiter zu

Laut dem Bericht „Armut und soziale Eingliederung in Tirol“ des Landes sind 116.412 Menschen in Tirol armutsgefährdet, das entspricht einer Armutsgefährdungsquote von 15%. Demnach erreichen diese Personen das Schwelleneinkommen von 14.746 Euro jährlich nicht. Auch die Volkshilfe hat die aktuelle Situation untersucht und ist zu dem traurigen Ergebnis gekommen, dass 9 von 10 armutsbetroffenen Familien das Geld für Kleidung, Essen und Wohnen fehlt. Armut trifft auch die Jüngsten: Laut Statistik Austria sind in Tirol derzeit 34.000 Tiroler Kinder und Jugendliche bis 19 Jahren von Armut gefährdet. Erst im Dezember des Vorjahres hatte eine Studie des Landes Tirol belegt, dass Armut in Tirol weiter auf dem Vormarsch ist.

 

Abrufbar auch in einfacher Sprache

„Wichtig ist, dass die Übersicht auf vielen Ebenen und für alle zugänglich ist. Daher ist sowohl eine digitale Plattform sinnvoll, aber auch eine gedruckte Broschüre notwendig. Gleichzeitig sollen die Angebote auch in einfacher Sprache und den gängigsten Fremdsprachen abrufbar sein“, erklärt Wohlgemuth weiters. Aufgelistet werden sollen alle verfügbaren Sozialleistungen, die entsprechenden Antragsstellen und das zur Verfügung stehende Beratungsangebot. Ebenso aufgelistet werden sollen unter anderem bestehende Ermäßigungen, Sozialmärkte, Angebote für Menschen mit Behinderungen und Anlaufstellen bei familiären oder psychischen Problemen.

 

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