Tag der Arbeit:
Mehr Fairness für Beschäftigte
Anlässlich des heutigen Tages der Arbeit fordert der ÖGB Tirol mehr Gerechtigkeit für unselbständig Beschäftigte und eine längst überfällige Debatte über die Verteilung von Wohlstand in Österreich. „Es kann nicht sein, dass jene, die täglich arbeiten gehen, den größten Teil der Steuerlast tragen, während Superreiche kaum einen fairen Beitrag leisten“, fordert die Tiroler ÖGB-Vorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied einen Kurswechsel.
„Arbeit ist in Österreich nach wie vor zu hoch besteuert – das ist schlicht ungerecht. Wer hart arbeitet, zahlt. Wer reich ist, kaum“, so die Gewerkschafterin. Sie sieht dringenden Handlungsbedarf: Die Schere zwischen Arm und Reich gehe weiter auseinander, während viele Beschäftigte unter massiv steigenden Lebenshaltungskosten leiden. „Die Inflation lässt mittlerweile seit Jahren die Preise explodieren. Wir brauchen endlich eine ernsthafte Diskussion über die Verteilungsfrage. Wer viel hat, muss auch mehr beitragen – das ist eine Frage der Fairness“, so Föger-Kalchschmied. Rund acht von zehn Euro an Steuern und Abgaben zahlen Arbeitnehmer:innen. Wer sein Geld mit Arbeit verdient, trägt also den Hauptteil des Beitrags. Anders bei Superreichen: Im Jahr 2024 kamen nur magere 0,98 Prozent der Steuereinnahmen aus Vermögen. Gleichzeitig können immer weniger Menschen von Arbeit leben: Knapp 27.085 Menschen in Tirol gelten als „Working poor“, sind also arm trotz Arbeit, das entspricht knapp 8% der Erwerbstätigen. 23.179 von ihnen schaffen es trotz Vollzeitjob nicht, ein Einkommen über der Armutsgefährdungsschwelle zu erreichen. „Wenn Arbeit arm macht und Reichtum sich der Verantwortung entzieht, läuft etwas fundamental falsch – und genau das werden wir nicht länger akzeptieren“, zeigt sich Föger-Kalchschmied kämpferisch.
Betriebsrät:innen als Herzstück der Arbeiter:innenbewegung
Bereits in der Vergangenheit musste sich der ÖGB Verbesserungen für die Arbeitnehmer:innen hart erkämpfen. Föger-Kalchschmied erinnert an die historischen Errungenschaften der Gewerkschaftsbewegung: von geregelten Arbeitszeiten über Kollektivverträge bis hin zu mehr Mitbestimmung in den Betrieben. „Diese Fortschritte sind keine Selbstverständlichkeit – sie wurden mit Beharrlichkeit und Zusammenhalt hart erkämpft“, unterstreicht Föger-Kalchschmied. Ein zentrales Fundament dieser Erfolge sind die Betriebsrätinnen und Betriebsräte. „Sie sind das Herzstück unserer Bewegung. Tag für Tag setzen sie sich in den Unternehmen für bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und die Rechte der Beschäftigten ein. Ohne ihr Engagement gäbe es viele Verbesserungen nicht.
Mit Solidarität zum Erfolg – auch in der Verteilungsfrage
Für die Tiroler ÖGB-Chefin ist gewerkschaftliche Solidarität auch in Zukunft entscheidend: „Was wir heute an Rechten und Standards haben, ist das Ergebnis von Zusammenhalt und gemeinsamer Stärke. Diese Solidarität hat viel erreicht – und wird auch künftig entscheidend sein. Wir werden nicht lockerlassen, bis es in der Verteilungsfrage endlich mehr Gerechtigkeit gibt!“
Zum Tag der Arbeit erneuert der ÖGB Tirol daher seine Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und ruft dazu auf, den Wert der Arbeit wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen. „Gute Arbeit muss gut bezahlt werden – und zwar fair für alle“, so Föger-Kalchschmied abschließend.