Tag der Arbeitslosen:
Mehr Unterstützung für Ältere
In Tirol sind aktuell laut AMS 16.315 Menschen arbeitslos gemeldet. „Treffen kann es jede und jeden. Umso wichtiger ist es, Arbeitslose während dieser Zeit finanziell abzusichern und ihnen entsprechende Unterstützungen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu geben“, zeigt Tirols geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied anlässlich des „Tags der Arbeitslosen“ am 30. April auf. Sie fordert gezielte Maßnahmen für ältere Arbeitnehmer:innen sowie Frauen und kritisiert die Praxis des „Zwischenparkens“ beim AMS.
Keine Jobs für Ältere
Gesundheitliche Einschränkungen und das Fehlen passender Arbeitsmöglichkeiten spielen nachweislich eine wichtige Rolle für die Jobsuche. „Dies zeigt, wie wichtig Maßnahmen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Förderung von Bildung und Trainingsmaßnahmen sind, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern“, zeigt Föger-Kalchschmied auf. Einen besonderen Fokus lenkt die Gewerkschafterin auf ältere Arbeitnehmer:innen: „Ältere Arbeitnehmer:innen bringen viel Berufs- und Lebenserfahrung sowie Know-How und reagieren mitunter gelassener in gewissen Situationen. Umso unverständlicher ist es, dass trotzdem auf ihre Expertise verzichtet wird.“ Fakt ist, dass Arbeitslose über 50 schwer wieder Beschäftigung finden. Arbeitslose ab 50 Jahren sind durchschnittlich 220 Tage auf Arbeitssuche, deutlich länger als Jüngere. Eine Erhebung zeigt, dass 30 Prozent der Firmen mit über 20 Beschäftigten keine Person über 60 Jahren einstellen.
Aktion 55+
Die vom Sozialministerium eingeführte Aktion 55+ soll ältere Arbeitnehmer:innen dabei unterstützen, schneller wieder einen Job zu finden. Föger-Kalchschmied bewertet die Aktion 55+ als „einen wichtigen Schritt. Aber wir müssen dauerhaft für gute Arbeit im Alter sorgen“. Besonders für Frauen sei das Projekt wichtig, weil das Pensionsantrittsalter sukzessive angehoben wird und viele länger auf gute Arbeit angewiesen sind. „Damit die Aktion 55+ wirklich wirkt, müssen die Maßnahmen langfristig, fair und gut abgesichert sein. Es braucht dauerhafte Verbesserungen und Investitionen. Auch Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen und ihren Beitrag leisten“, fordert Föger-Kalchschmied.
700 Mio. Euro jährlich fürs „Zwischenparken“: Betriebe wälzen Kosten auf Allgemeinheit ab
Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich brachte im Juli 2025 einmal mehr erschreckende Zahlen zutage: Rund 47.000 Betriebe in Österreich rekrutierten demnach frühere Beschäftigte nach bis zu einem Jahr Arbeitslosigkeit erneut. Betrachtet man nur kurze Unterbrechungen von bis zu zwei Monaten, lag der Anteil noch bei 12,1 Prozent. Die Beschäftigten erleiden massive Einkommenseinbußen, bei der Arbeitslosenversicherung verursacht diese Vorgehensweise jährliche Ausgaben in Höhe von 600 bis 700 Millionen Euro. „Zu viele Unternehmen übertragen ihr unternehmerisches Risiko und ihre Personalkosten also auf die Allgemeinheit. Das zeigt: Es geht hier nicht um Einzelfälle, sondern das hat System“, so die Tiroler ÖGB-Chefin. Sie stellt klar: „Hier darf es keine Nachsicht geben, sondern wir müssen diesem lukrativen Geschäftsmodell dieses ‚Zwischenparkens beim AMS‘ klar einen Riegel vorschieben. Wir fordern klare Sanktionen für die Unternehmen, die sich dieser respektlosen und unmoralischen Praxis bedienen!“