Tirol

Warnung vor Auslaufen der Sonderbetreuungszeit

nach wie vor Großteil der Schüler zu Hause

Anspruch auf drei Wochen Sonderbetreuungszeit haben Eltern derzeit, diese Sonderregelung wurde im Zuge der Coronakrise ermöglich. Für viele sind diese drei Wochen bald aufgebraucht, am Mittwoch waren lediglich rund 800 Schüler in Tirols Klassenzimmern. Der ÖGB Tirol fordert dringend eine Verlängerung der Sonderbetreuungszeit sowie einen Rechtsanspruch.

„So lange Schulen und Kindergärten geschlossen haben, so lange muss es Eltern von betreuungspflichtigen Kindern möglich sein, sich zu Hause um sie zu kümmern“, fordert Tirols ÖGB-Frauenvorsitzende Karin Brennsteiner. Die derzeitige Maßnahme, die eine Sonderbetreuungszeit von drei Wochen vorsieht, reiche bei weitem nicht. „Vielerorts fahren die Betriebe wieder hoch, aber viele Eltern fragen sich, was mit ihren Kindern passieren soll“, so Brennsteiner. Eine reguläre Öffnung von Kindergärten und Schulen ist derzeit nicht in Sicht.

Für Tirols ÖGB-Vorsitzenden Philip Wohlgemuth ist auch der Rechtsanspruch entscheidend. „Nach wie vor sind Mütter und Väter vom Wohlwollen des Arbeitgebers abhängig. Da braucht es dringend einen Rechtsanspruch!“, so Wohlgemuth und weiter: „Eltern sind jetzt sehr gefordert, ihre Kinder beim Homeschooling zu unterstützen und ein Familienleben zu managen. Wie soll das gehen, wenn die Wirtschaft wieder hochfährt? Volksschulkinder kann man doch nicht den ganzen Tag alleine zu Hause lassen!“

Wohlgemuth setzt sich zudem für eine komplette Kostenübernahme durch den Bund ein. Derzeit haben Arbeitgeber Anspruch auf Vergütung von einem Drittel des in der Sonderbetreuungszeit an die Arbeitnehmer gezahlten Entgelts durch den Bund. „In der jetzigen Situation müssen wir zusammenhalten, es soll für niemand ein Nachteil entstehen!“, fordert Wohlgemuth abschließend.