Wohlgemuth: Arbeitsmarktsituation macht drittes Konjunkturpaket alternativlos Investitionen vor allem für Frauen gefordert

Investitionen vor allem für Frauen gefordert
Helena Sachers

Mit über 41.000 Jobsuchenden hat die Arbeitslosigkeit in Tirol ein trauriges Rekordniveau erreicht. Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth bezeichnet daher ein drittes Konjunkturpaket als „absolut überfällig“ – „denn nur so können wieder neue Jobs geschaffen werden und der Konjunkturmotor angeworfen werden!“

 

Jobs in Frauenbranchen schaffen

Breite Investitionen in Infrastrukturprojekte sowie in soziale Infrastruktur sieht Wohlgemuth als Gebot der Stunde. „Da vor allem die Frauenarbeitslosigkeit äußerst besorgniserregend ist, muss jetzt vor allem im Bereich der Gesundheits- und Pflegeberufe sowie in der Kinderbetreuung investiert werden. Vom Ausbau dieser Bereiche profitieren Frauen doppelt: Einerseits werden neue Jobs in Branchen geschaffen, die von weiblichen Beschäftigten dominiert werden, andererseits werden wichtige Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen. Denn nach wie vor wird Kinderbetreuung oder die Pflege von Familienangehörigen Großteils von den Frauen übernommen“, so Wohlgemuth. Er betont: „Mit entsprechender Weiter- und Umqualifizierung können Arbeitslose von heute die Pflegekräfte von morgen sein!“. 18.228 Frauen sind derzeit in Tirol arbeitslos gemeldet, das entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahrszeitraum um mehr als 250 Prozent.

 

Weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit befürchtet

Wohlgemuth befürchtet einen Dominoeffekt: „Sollte die Rekordarbeitslosigkeit anhalten, sinkt unweigerlich die Kaufkraft und die gesamte Tiroler Wirtschaft wird die negativen Auswirkungen deutlich zu spüren bekommen. Damit ist ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern vorprogrammiert. Deswegen ist ein drittes Konjunkturpaket mit breiten Investitionen in Infrastruktur und für die Schaffung von Arbeitsplätzen alternativlos. Die Landesregierung muss die Weichen für weitere Unterstützungsgelder stellen.“

 

Absage an Gießkannenprinzip

„Was es jetzt braucht sind durchdachte Strategien, die die bereitgestellten Gelder mit sinnvollen Investitionen verknüpfen. Hier braucht es ein ganzheitliches Konzept, anstatt eines Gießkannenprinzips. Ohne weitere Maßnahmen kann sich die Wirtschaft nicht oder nur sehr schwer erholen! Erklärtes Ziel muss es sein, eine drohende Sozialkrise abzuwenden. Wir dürfen nach der Gesundheits-, Wirtschafts-, und Arbeitsmarkt-Krise nicht in eine Sozialkrise kommen. Dieses Szenario müssen wir mit vereinten Kräften verhindern“, so der ÖGB-Chef.