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Tag der Elementarpädagogik

Kinderbildung: Gewerkschaften schlagen Alarm!

Aufgrund der äußerst angespannten Situation in den Kinderbildungseinrichtungen schlagen ÖGB Vorarlberg, younion – Die Daseinsgewerkschaft, vida und Gewerkschaft GPA Alarm: Die Beschäftigten sind am Limit. Die Coronakrise hat die Lage noch verschärft. Anlässlich des Tages der Elementarpädagogik wurde Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink heute ein Forderungspaket übergeben. Die Gewerkschafter:innen fordern ein einheitliches Gesetz, mehr Personal, kleinere Kindergruppen, ein besserer Betreuungsschlüssel, größere Räume, Qualifizierungsmöglichkeiten und angemessene Gehälter. „Die Situation in den Einrichtungen ist nicht mehr tragbar und eine Zumutung für die Kinder und das Personal. Wir können in den Einrichtungen nur mehr von Beaufsichtigung sprechen, Bildung ist unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich“, beschreibt ÖGB und vida Landesvorsitzender Reinhard Stemmer die dramatische Situation.

"So wie sich die Personalsituation zuspitzt, ist rasches Handeln angesagt, um die angespannte Situation nachhaltig zu verbessern, zum Wohl unserer Kinder, aber auch zum Wohl unserer Bediensteten im elementarpädagogischen Bereich", appelliert younion-Landesvorsitzender Thomas Kelterer an die Landesregierung. "Die Politik ist jetzt gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, um mehr Personal in die Kinderbildungseinrichtungen zu bringen", ergänzt Friedrich Dietrich von der Gewerkschaft GPA Vorarlberg. „Schon vor der Coronakrise ist die Situation des Personals sehr angespannt und der Arbeitsdruck spürbar gewesen. Die Coronakrise hat die Lage drastisch verschärft“, warnt ÖGB und vida Landesvorsitzender Reinhard Stemmer. Die Corona-Sicherheitsmaßnahmen hätten die Belastungen und den Druck zusätzlich enorm erhöht. „Die Politik hat die Entwicklung in den Kinderbildungseinrichtungen jahrelang ignoriert und schaut sogar in der schlimmsten Krise seit Jahrzehnten einfach nur weg“, kritisiert Stemmer. Wenn das Personal sogar schon auf die Straße gehe, dann sei das ein „unüberhörbarer Hilferuf, der ernst genommen werden muss“.

Heute am Tag der Elementarpädagogik wurde Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink ein Forderungskatalog übergeben. Die Gewerkschaften fordern eine Überarbeitung des Vorarlberger Kinderbildungsgesetzes und baten um ein persönliches Gespräch, um ihre Einwände und Expertise einbringen zu können. „Es geht auch um das Wohl und die Entwicklung der Kinder“, betont ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Iris Seewald. „Deshalb muss endlich mit uns – den Sozialpartnern – geredet und das Gesetz überarbeitet werden.“ Kelterer: "Es braucht vor allem endlich mehr Geld.“ Eine entscheidende Reformmaßnahme sei, die Zahl der Kinder pro Gruppe zu verringern. „Außerdem muss der Betreuungsschlüssel verbessert werden, damit weniger Kinder auf eine/einen Betreuer:in fallen“, erklärt Dietrich. Kritisiert wird zudem die zum Teil mangelnde Ausstattung der Räumlichkeiten. Stemmer fordert zudem mehr Qualifizierungsmöglichkeiten. Besonders bei den Kindergartenassistent:nnen sei der Aufgabenbereich immer umfangreicher geworden, ohne dass sich dies aber beim Grundgehalt, oder bei der Schaffung eines Berufsbildes nachhaltig bemerkbar gemacht hätte. Nicht zuletzt werden mehr Lohn und Gehalt gefordert.

Statt des aktuellen Fleckerlteppichs mit je nach Land unterschiedlichen Mindeststandards wollen die Gewerkschaften auch bundesweit ein einheitliches Bundesgesetz erreichen. "Die vor einigen Jahren versprochene Kindergartenmilliarde muss jetzt endlich bereitgestellt werden", so Kelterer. "Viele sehen sich mittlerweile außer Stande, in diesem Job zu bleiben", verdeutlicht Dietrich die Notwendigkeit. „Die Politik muss endlich reagieren, sonst ist in den Betreuungseinrichtungen bald nurmehr ein Notbetrieb möglich“, warnt Stemmer abschließend.

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