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Gewerkschaftsjugend

Wir sind Zukunft!

Noch immer ist die Lehre vor allem in Vorarlberg ein gefragtes Ausbildungsmodell. Die Zahl der AbsolventInnen stagniert jedoch bzw. geht österreichweit zurück. „Es braucht daher ein Maßnahmenbündel, um gemeinsam dem FacharbeiterInnenmangel entgegen zu treten. Dazu gehören vor allem Investitionen in eine qualitativ hochwertige Lehrausbildung“, ist ÖGJ-Landesvorsitzende Sophia Berkmann überzeugt. Sie wurde heute bei der 32. Landesjugendkonferenz des ÖGB Vorarlberg, die coronabedingt dieses Mal online stattgefunden hat, einstimmig zur Landesvorsitzenden wiedergewählt. „Ausbildung schützt am besten vor Arbeitslosigkeit und Armut“, stellt die junge Gewerkschafterin unmissverständlich fest. Die Delegierten richteten dementsprechend in einem Leitantrag ihre Forderungen an die Regierung. 

Im Ausbildungsbereich sieht die Gewerkschaftsjugend viel Aufholbedarf. Es gelte den Anschluss an die rasant fortschreitende Digitalisierung nicht zu verpassen. „Wenn wir das Bildungssystem nicht auf diese Entwicklung einstellen, werden wir früher oder später davon überrollt“, warnt Berkmann. In keinem anderen Bundesland beginnen so viele Jugendliche eine Lehre wie in Vorarlberg, nämlich rund 46 Prozent der PflichtschulabgängerInnen (österreichweit 37 Prozent). Aber auch in Vorarlberg sind die Zahlen zurückgegangen. „Österreich wird international für dieses Erfolgsmodell beneidet. Damit wird auch ein großer Teil der benötigten Fachkräfte gesichert. Die Lehrausbildung darf deshalb nicht vernachlässigt werden“, warnt Berkmann. Der Rückgang ist laut Arbeitsmarktexperten dabei nicht allein auf die Demografie zurückzuführen.

Die Vorarlberger Gewerkschaftsjugend hat in einem Leitantrag ein Forderungspaket an die Regierung geschnürt. Neben der Infrastruktur an Berufsschulen und in Betrieben brauche es auch eine Weiterentwicklung des Pädagogischen Konzepts, um das Lehrpersonal/die AusbildnerInnen fit für den digitalen Unterricht zu machen. Neben dem Thema Digitalisierung beschäftigt sich die Gewerkschaftsjugend auch mit der Stärkung der JugendvertrauensrätInnen, der Lehre für AsylwerberInnen, leistbarem Leben für alle sowie der Stärkung von Zivilcourage. Unter anderem wird die Umsetzung des ÖGJ-Konzeptes für eine Fachkräftemilliarde gefordert. Dieses sieht vor, dass alle Betriebe in einen Topf einzahlen, aus dem die tatsächlich ausbildenden Firmen gefördert werden.

Die Landesjugendkonferenz findet alle zweieinhalb Jahre statt. Neben der Erstellung eines Forderungspakets wird der oder die Landesvorsitzende sowie deren/dessen StellvertreterInnen neu gewählt. Die 22-jährige Sophia Berkmann bekam einstimmig erneut das Vertrauen ausgesprochen. Die gelernte Schweißtechnikerin arbeitet als Lagerfachfrau bei der Firma Liebherr in Nenzing und ist dort Jugendvertrauensrätin. Außerdem ist sie Mitglied im Präsidium der PRO-GE-Jugend. „Wir wollen, dass die Lehrlingsausbildung auf neue Beine gestellt wird und auch in Krisenzeiten Fachkräfte ausgebildet werden. Dazu braucht es neue Anreize, damit Firmen mehr Lehrlinge aufnehmen und selbst einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel leisten,“ so Berkmann. Zu ihren StellvertreterInnen wurden Lukas Hämmerle, Niklas Gassner, Aleksandar Brajovic und Leoni-Kim Berkmann gewählt. 

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