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Industriestrategie der Regierung: Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) sieht darin einen wichtigen ersten Schritt – macht aber auch klar: Ohne soziale Leitplanken geht es nicht. MrAshi – stock.adobe.com

Industriestrategie: Gute Arbeit muss im Mittelpunkt stehen

ÖGB begrüßt Pläne der Regierung, fordert aber klare Regeln, faire Förderung und Schutz für Beschäftigte

Das Wichtigste in Kürze:

  • Industriepolitik muss gute Arbeit sichern 
  • Qualifizierung stärkt Beschäftigte und Betriebe 
  • Energiepreise dürfen Jobs nicht gefährden 
  • Öffentliche Gelder brauchen klare soziale Regeln

Die Regierung hat eine neue Industriestrategie vorgelegt. Ziel ist es, den Standort Österreich zu stärken und für die Zukunft fit zu machen. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) sieht darin einen wichtigen ersten Schritt – macht aber auch klar: Ohne soziale Leitplanken geht es nicht. 

„Industriepolitik kann nur funktionieren, wenn die Beschäftigten im Zentrum stehen“, betont ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. Gute Arbeit, sichere Jobs und faire Regeln seien die Grundlage für einen starken Wirtschaftsstandort. 

Qualifizierung ist der Schlüssel 

Besonders positiv bewertet der ÖGB die geplante Qualifizierungsoffensive. Sie richtet sich an Beschäftigte ohne formale Fachausbildung. Das heißt: Menschen sollen neue Fähigkeiten lernen können – auch ohne klassischen Abschluss. 

„Qualifizierung stärkt Beschäftigte und hilft den Fachkräftebedarf zu stillen“, so Katzian. Davon profitieren nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Betriebe und der gesamte Standort Österreich. 

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Das Wichtigste auf einen Blick

Leistbare Energie schützt Jobs 

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die angekündigten Maßnahmen gegen hohe Energiepreise. Strom und Gas sind für viele Betriebe ein großer Kostenfaktor. 

Hohe Energiepreise treiben die Inflation an. Sie belasten Unternehmen – und am Ende auch die Beschäftigten. Leistbare Energie ist daher entscheidend, um Arbeitsplätze zu sichern und Teuerung zu bremsen

Fairer Wettbewerb statt Billigangebote 

Die Industriestrategie setzt auf das Prinzip „Europe First“. Das heißt: Öffentliche Förderungen sollen vor allem Unternehmen in Europa zugutekommen. 

Der ÖGB sagt klar: Verbindliche Regeln sind hier wichtig. Förderungen und öffentliche Aufträge müssen an klare Bedingungen geknüpft sein. Wer gute Arbeit schafft und in Österreich produziert, soll Vorrang haben. 

„Das reine Billigstbieterprinzip gehört abgeschafft“, fordert Katzian. Sonst gewinnen jene, die Löhne drücken und soziale Standards umgehen. 

Wandel sozial absichern 

Die Industrie steht vor großen Veränderungen. Der Umbau Richtung Klimaneutralität betrifft viele Betriebe und Arbeitsplätze. Das nennt man Transformation

Der ÖGB begrüßt, dass dieses Thema angesprochen wird. Kritisch sieht er aber, dass eine klare Just-Transition-Strategie fehlt. Das bedeutet: ein fairer Übergang, bei dem Beschäftigte geschützt und begleitet werden. 

„Die Kosten des Wandels dürfen nicht auf die Beschäftigten abgewälzt werden“, stellt Katzian klar. 

Öffentliche Gelder gezielt einsetzen 

Öffentliche Förderungen sind ein starkes Instrument. Sie müssen aber verantwortungsvoll eingesetzt werden. Investitionen sollen Arbeitsplätze sichern, Zukunftstechnologien fördern und regionale Wertschöpfung stärken. 

Der ÖGB kündigt an, sich aktiv in die weitere Ausgestaltung der Industriestrategie einzubringen. Ziel ist eine Industriepolitik, die allen nutzt – nicht nur wenigen. 

Die Industriestrategie geht in die richtige Richtung. Doch damit sie wirkt, braucht es verbindliche soziale Leitplanken. Gute Arbeit, faire Förderung und Schutz für Beschäftigte müssen oberste Priorität haben.