Betriebsratswahl kann ohne Kündigung über die Bühne gehen kebox_stock.adobe.com
Betriebsrat

Kündigungsmotiv Betriebsratsgründung: Gewerkschaft setzt sich durch

Trotz Widerstand Betriebsrat gewählt - Verkehrsverbund Kärnten nahm Kündigung zurück

Im landesnahen Verkehrsverbund (Kärntner Linien) wurde ein Mitarbeiter gekündigt, weil er mit seinen KollegInnen einen Betriebsrat gründen wollte. Begründet wurde die Kündigung mit einer „plötzlichen Umstrukturierung". Das tatsächliche Motiv, nämlich die Gründung eines Betriebsrates, lag für die Gewerkschaft von Anfang an klar auf der Hand. Auf den Druck der Gewerkschaft hin wurde die Kündigung einen Tag vor Beginn der Verhandlung am Arbeits- und Sozialgericht zurückgenommen.

Jost&Bayer

Am Ende hat durch den Einsatz der Gewerkschaft die Vernunft und die Demokratie gesiegt.

Hermann Lipitsch, Vorsitzender ÖGB-Kärnten

Betriebsrat gewählt

Wenige Tage später folgte der nächste Schritt: Mit Unterstützung der Gewerkschaft wurde am 3. August im Verkehrsverbund eine erfolgreiche Betriebsratswahl durchgeführt. Zur Vorsitzenden wurde Birgit Schnabl gewählt.

„Für uns ist es besonders erfreulich, weil wir neben der erfolgreichen Rücknahme der Kündigung eines Mitarbeiters in der Vorwoche nun auch mit heutigem Tag ein demokratisch legitimiertes Mitbestimmungsinstrument für die MitarbeiterInnen im landesnahen Verkehrsverbund haben“, so GPA Regionalgeschäftsführerin Jutta Brandhuber. Am Ende hat durch den Einsatz der Gewerkschaft die Vernunft und die Demokratie gesiegt“, so auch ÖGB Landesvorsitzender Hermann Lipitsch.

Starke Unterstützung durch die Gewerkschaft

Für den Kärntner GPA-Vorsitzenden Gerald Loidl zeigt die Rücknahme der Kündigung auch ganz klar, dass es wichtig ist, bei der Gewerkschaft Unterstützung zu holen.

GPA Kärnten

Wer so gegen ArbeitnehmerInnen agiert, wird den Gegenwind der Gewerkschaft zu spüren bekommen.

Gerald Loidl, Vorsitzender GPA Kärnten

Bereits im Vorfeld hatte Loidl unmissverständlich klargestellt: „Wir werden sicher nicht zulassen, dass Menschen auf die Straße gesetzt werden, weil sie sich für die Anliegen und Interessen ihrer KollegInnen einsetzen. Wer so gegen ArbeitnehmerInnen agiert, wird den Gegenwind der Gewerkschaft zu spüren bekommen.“