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Die Verarbeitung von Todesfällen und Trauer ist oft ein langwieriger Prozess Pressmaster - stock.adobe.com

Wichtige Infos

Tod und Trauer am Arbeitsplatz

Was tun, wenn eine Kollegin oder ein Kollege stirbt oder jemand im Team trauert? Wie Betriebsräte und Unternehmen helfen können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Trauer am Arbeitsplatz betrifft Beschäftigte nach dem Tod von Kolleg:innen oder Angehörigen. Betriebsräte und Arbeitgeber können Betroffene unterstützen und den Umgang mit Todesfällen im Betrieb gemeinsam regeln.

  • Ein betrieblicher Krisenplan hilft, Zuständigkeiten, Kommunikation und Unterstützungsangebote für den Ernstfall festzulegen. 

  • Die Gewerkschaft vida bietet einen Trauer-Ratgeber, eine Muster-Betriebsvereinbarung und die Ausbildung zur Trauervertrauensperson an.

  • Bei einem Todesfall kann Anspruch auf bezahlte Dienstverhinderung bestehen, etwa für die Teilnahme am Begräbnis. 

Eine Kollegin ist tödlich verunglückt. Ein Kollege hat sich das Leben genommen. Ein Teammitglied betrauert einen Todesfall in der Familie.

All diese Ereignisse schockieren, machen sprachlos, traurig und verunsichern. Was ist in diesen Fällen im Betrieb zu tun?

Trauer verändert alles

2025 starben in Österreich 87.902 Menschen, wie Zahlen von Statistik Austria zeigen. Viele Menschen versuchen, ihre Trauer ins Abseits zu stellen, da der Arbeitsplatz hierfür oft keinen Platz bietet. 

Trauern ist jedoch Arbeit – und wer trauert, kann im Job nicht die gleiche Leistung wie sonst üblich bringen. 

Deshalb ist besondere Rücksichtnahme im Arbeitsleben wichtig, denn die Verarbeitung von Todesfällen und Trauer ist oftmals ein langwieriger Prozess.

Was tun, wenn eine Kollegin oder ein Kollege stirbt?

Nach einem Todesfall im Team ist es wichtig, Kolleg:innen behutsam zu informieren und ihnen Raum für Trauer zu geben.

Führungskräfte sollten gemeinsam mit dem Betriebsrat klären, wer informiert, welche Unterstützung gebraucht wird und wie die Arbeit vorübergehend verteilt werden kann.

Niemand sollte gezwungen werden, über den Verlust zu sprechen. Bei Bedarf können Trauervertrauenspersonen oder externe Fachleute helfen.

Auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz sollten ernst genommen werden.

Muster-Betriebsvereinbarung für Betriebsräte

Die Gewerkschaft vida hat gemeinsam mit der Rundumberatung eine Muster-Betriebsvereinbarung für den Umgang mit Trauerangelegenheiten ausgearbeitet.

Die Muster-Betriebsvereinbarung beinhaltet vorformulierte Vereinbarungen und unterstützt BetriebsrätInnen dabei, diese auf den eigenen Betrieb anzupassen.

Muster-Betriebsvereinbarung als PDF herunterladen

Mehr über Betriebsvereinbarungen erfährst du auf oegb.at.

Vorbereitet für den Ernstfall

Es gibt keine Trauer-Checkliste, die man im Ernstfall einfach abarbeiten kann. Trotzdem hilft es, einen Krisenplan zu haben. Deshalb hat die Gewerkschaft vida gemeinsam mit dem Verein Rundumberatung, der Gewerkschaft GÖD und der Österreichischen Beamtenversicherung ÖBV einen Trauer-Ratgeber herausgegeben.

Trauer-Ratgeber als PDF herunterladen

Welche Rechte habe ich bei einem Todesfall in der Familie? 

Für die Teilnahme am Begräbnis naher Angehöriger und notwendige Vorbereitungen kann ein Anspruch auf bezahlte Dienstverhinderung bestehen. Wie lange Beschäftigte von der Arbeit fernbleiben dürfen, hängt vom notwendigen Zeitaufwand und möglichen günstigeren Regelungen im Kollektivvertrag ab. Betroffene sollten den Arbeitgeber möglichst rasch informieren und bei Fragen den Betriebsrat oder die Gewerkschaft kontaktieren.

Gut ausgebildet und zertifiziert

Seit 2019 bietet die Gewerkschaft vida in Kooperation mit der Rundumberatung die Ausbildung von Trauervertrauenspersonen an. Mehr zur Ausbildung und zu aktuellen Terminen bei der Gewerkschaft vida.

Die Trauer-Expert:innen Daniela Musiol und Thomas Geldmacher vom Verein Rundumberatung erklären im Podcast-Interview mit der Gewerkschaft vida, dass man trauernde Kolleg:innen nicht alleine lassen soll, wie Firmen von einer gelebten Trauerkultur profitieren und welche Vorreiterrolle Großbritannien beim Thema Trauerkarenz einnimmt. Podcast-Interview anhören.