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Die e‑card feiert Jubiläum – und mit der neuen „Zukunftsvereinbarung e‑health“ wird das Gesundheitssystem noch moderner. kite_rin – stock.adobe.com

20 Jahre e‑card: Vom Krankenschein zur digitalen Gesundheitszentrale

Die e‑card feiert Jubiläum – und mit der neuen „Zukunftsvereinbarung e‑health“ wird das Gesundheitssystem noch moderner

Das Wichtigste in Kürze

  • Die e‑card ist seit 20 Jahren das Herzstück des österreichischen Gesundheitssystems
  • Sie ersetzt rund eine Milliarde Krankenscheine und macht Arztbesuche einfacher
  • Mit der „Zukunftsvereinbarung e‑health“ treiben Sozialversicherung und Ärztekammer die Digitalisierung weiter voran
  • Neue Projekte wie die e‑Verordnung oder digitale Reha‑Anträge sollen Verwaltung und Alltag erleichtern

Ein Meilenstein der Digitalisierung 

Kaum größer als eine Bankkarte, aber voller Technik, die unser Gesundheitssystem verändert hat: Die e‑card begleitet uns nun schon seit zwei Jahrzehnten – und hat den Arztbesuch, die Krankmeldung oder das Rezeptholen einfacher gemacht als je zuvor. Heute stecken 9,2 Millionen e‑cards in den Geldbörsen der Menschen in Österreich, täglich kommt sie bis zu 580.000‑mal zum Einsatz. Sie öffnet die Tür zu Gesundheitsleistungen, Rezepten und Bewilligungen – sicher, digital und ohne Papierstapel. 

„Die e‑card hat den Alltag im Gesundheitswesen grundlegend verändert – schneller, sicherer, einfacher“, sagt Claudia Neumayer‑Stickler, Leiterin des Referats für Sozialversicherungspolitik im ÖGB und turnusmäßige Vorsitzende des Dachverbands der Sozialversicherungsträger. 

Von der Krankenscheinflut zur digitalen Vernetzung 

Früher mussten Versicherte jedes Jahr Millionen Krankenscheine aus Papier verwalten. Mit der Einführung der e‑card im Jahr 2005 gehört das der Vergangenheit an – laut Berechnungen wurden eine Milliarde Krankenscheine eingespart. 

Auch bei Chefärzt:innenbewilligungen brachte die Karte ab 2006 Entlastung: Statt Papiere einzureichen, senden Ärztinnen und Ärzte ihre Anträge direkt digital an die Sozialversicherung. Die Bearbeitungszeit liegt meist bei nur sechs Minuten. 

Foto, e‑Rezept und Krankmeldung per Klick 

Seit 2019 sorgt das Foto auf der e‑card für mehr Sicherheit. Über acht Millionen Karten mit Bild sind bereits im Umlauf. Auch das elektronische Rezept ist längst Alltag: Rund sechs Millionen e‑Rezepte pro Monat ersetzen jährlich etwa 70 Millionen Papierrezepte. 

Die elektronische Krankmeldung, eingeführt 2009, macht den Weg zum Papierzettel überflüssig – die Daten gehen direkt an die Krankenkassen. 

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Das Wichtigste auf einen Blick

Mehr Selbstbestimmung für Versicherte 

Die e‑card stärkt nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Selbstbestimmung. Niemand muss mehr Papierformulare besorgen oder weitergeben – mit wenigen Klicks über Apps wie „MeineSV“ lassen sich Rezepte und Gesundheitsdaten verwalten. Noch heuer folgt der nächste Schritt: die digitale e‑card am Smartphone. Damit wird die Gesundheitskarte endgültig virtuell. 

Zukunftsvereinbarung e‑health: So geht’s weiter 

Die Sozialversicherung setzt gemeinsam mit der Ärztekammer auf weitere Digitalisierungsschritte. Die neue „Zukunftsvereinbarung e‑health“ legt fest, wie Österreichs Gesundheitswesen bis 2030 moderner und effizienter wird. 

„Wir arbeiten konsequent daran, Verwaltung zu vereinfachen und Gesundheitsdaten sicher nutzbar zu machen“, sagt Neumayer-Stickler.  

Ein zentrales Projekt ist die e‑Verordnung, die 2027 starten soll. Ärztinnen und Ärzte können damit Transportscheine und Hilfsmittel digital ausstellen. Das spart Zeit und Wege – rund sechs Millionen Krankentransporte pro Jahr werden künftig digital abgerechnet. 

Digitale Befunde und Reha‑Anträge 

Auch Vorsorgeuntersuchungen werden bald in ELGA, der elektronischen Gesundheitsakte, gespeichert. So behalten Versicherte und Ärztinnen und Ärzte den Überblick über Befunde – selbstverständlich nach höchsten Datenschutzstandards. 

Ab 2027 soll auch der Reha‑Antrag digital werden. Allein bei der Pensionsversicherung werden jährlich 500.000 Anträge gestellt. Das neue System soll Bearbeitung und Zuweisung vereinfachen – und Millionen Minuten an Verwaltungsarbeit sparen. 

Fazit: Digitalisierung mit Verantwortung 

Zwei Jahrzehnte e‑card zeigen: Digitalisierung kann Bürokratie abbauen und Gesundheitsversorgung verbessern. Schritt für Schritt entsteht so ein modernes, sicheres und effizientes System – im Interesse aller Versicherten.