Gesundheit
Krankenstände sinken leicht – Rückenbeschwerde bleiben großes Problem
Fehlzeitenreport 2026 zeigt: Weniger Krankenstände, aber mehr psychische Belastungen und viele lange Ausfälle durch Rückenleiden.
Das Wichtigste in Kürze:
- Durchschnittlich 14,7 Krankenstandstage pro Beschäftigtem/pro Beschäftige
- Krankenstandsquote sinkt auf 4 Prozent
- Atemwegserkrankungen bleiben häufig
- Psychische Erkrankungen nehmen seit Jahren zu
- Rücken- und Bandscheibenprobleme verursachen viele lange Ausfälle
Die Zahl der Krankenstände in Österreich ist leicht zurückgegangen. Beschäftigte waren 2026 im Durchschnitt 14,7 Tage krankgeschrieben. Im Jahr davor waren es noch 15,1 Tage.
Auch die Krankenstandsquote ist gesunken. Sie zeigt, wie viel Arbeitszeit durch Krankenstände verloren geht. Sie lag 2026 bei 4 Prozent, nach 4,1 Prozent im Jahr 2025.
Doch die Zahlen zeigen auch: Nicht alle Entwicklungen gehen in die gleiche Richtung. Während bestimmte Erkrankungen zurückgehen, nehmen psychische Belastungen weiter zu.
Kurze Krankenstände fallen weniger ins Gewicht
Viele Krankenstände sind nur von kurzer Dauer. 44,7 Prozent aller Krankenstände dauern weniger als vier Tage. Diese kurzen Ausfälle machen aber nur rund zehn Prozent aller verlorenen Arbeitstage aus.
Anders sieht es bei langen Krankenständen aus: Nur jeder zehnte Krankenstand dauert länger als zwei Wochen. Diese Fälle verursachen aber 58,3 Prozent aller Fehlzeiten.
„Lange Krankenstände zeigen, wo Beschäftigte besonders belastet sind und wo bessere Prävention notwendig ist“, sagt Claudia Neumayer-Stickler, Leiterin des gesundheitspolitischen Referats im ÖGB.
Rücken und Bewegungsapparat als häufigste Ursache
Besonders häufig führen Erkrankungen der Atemwege sowie des Bewegungs- und Stützapparates zu Krankenständen. Dazu zählen etwa Rückenprobleme, Bandscheibenschäden oder Gelenkerkrankungen.
Diese beiden Gruppen sind gemeinsam für 54,6 Prozent aller Krankenstände und 43,3 Prozent aller Krankenstandstage verantwortlich.
Gerade Erkrankungen des Bewegungsapparates können lange dauern. Der ÖGB fordert deshalb, Bandscheibenerkrankungen endlich als Berufskrankheit anzuerkennen.
Wenn Arbeit krank macht
Bandscheibenschäden entstehen häufig durch jahrelange körperliche Belastungen. Schweres Heben, einseitige Bewegungen und fehlende ergonomische Arbeitsplätze können die Gesundheit langfristig beeinträchtigen.
Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitsbereich, in der Langzeitpflege und in der Behindertenbetreuung. Dort gehören körperlich belastende Tätigkeiten zum Arbeitsalltag.
„Wird eine Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt, verbessert das die Unterstützung für Betroffene. Möglich sind zusätzliche medizinische Leistungen, Reha-Maßnahmen, Unterstützung bei einer beruflichen Neuorientierung oder eine Rente bei dauerhaften Einschränkungen”, so Neumayer-Stickler.
Frauen häufiger und länger im Krankenstand
Frauen waren 2026 durchschnittlich länger krankgeschrieben als Männer. Sie kamen auf 15,5 Krankenstandstage, Männer auf 14,1 Tage.
Ein Grund dafür ist, dass der Anteil älterer Frauen unter den Beschäftigten stärker steigt. Außerdem arbeiten viele Frauen in Bereichen mit hohen Krankenstandsquoten, etwa im Gesundheits- und Sozialwesen.
Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates gibt es ebenfalls Unterschiede: Männer sind häufiger betroffen. Frauen haben jedoch oft längere Krankenstände.
Beispiele zeigen das deutlich: Bei bestimmten Bandscheibenschäden oder Gelenkerkrankungen dauern die Krankenstände bei Frauen im Durchschnitt länger als bei Männern.
Weniger Arbeitsunfälle, mehr Aufmerksamkeit für Prävention
Positiv ist die langfristige Entwicklung bei Verletzungen und Arbeitsunfällen. Ihr Anteil an den Krankenständen ist deutlich gesunken.
Bei Verletzungen sank der Anteil von 21 Prozent im Jahr 2004 auf 14,5 Prozent im Jahr 2025. Arbeitsunfälle gingen von 7,6 Prozent im Jahr 1974 auf 2,6 Prozent zurück.
Ein wichtiger Grund dafür sind bessere Sicherheitsmaßnahmen und technische Hilfsmittel in vielen Branchen.
Trotzdem bleibt klar: Gesundheit am Arbeitsplatz braucht mehr Prävention. Gerade bei Rückenproblemen müssen Belastungen früher erkannt und verhindert werden.
Die Krankenstände gehen leicht zurück, doch lange Ausfälle durch Rückenleiden und psychische Belastungen bleiben eine große Herausforderung.
Wer Beschäftigte schützen will, muss Ursachen bekämpfen und Krankheiten anerkennen, die durch die Arbeit entstehen.
Wichtige Links:
Wer Hilfe bei der Prävention braucht, findet in der AUVA einen verlässlichen Partner
Wer sich für mehr Gesundheitsförderung im Betrieb einsetzen will, findet hier die passende Unterstützung
Wer generell mehr über die Gesundheit am Arbeitsplatz erfahren will, hat alle wichtigen Infos auf der Seite der Gesunden Arbeit
Alle Ergebnisse des Fehlzeitenreports 2026 findest du auf der Seite der Österreichischen Sozialversicherung
Das Fehlzeiten-Dashboard liefert die wichtigsten Kennzahlen und Trends zu krankheitsbedingten Fehlzeiten in Österreich.