„Ich kann heute nur schwer meinen Alltag bewältigen, vieles braucht Zeit und Geduld”, schildert die erst 38-jährige Alexa Stephanou, die keine Vorerkrankungen hatte. ÖGB
Gesundheit

Long-Covid: Lahmgelegt und arbeitsunfähig

Alexa Stephanou kämpft sich heute nach ihrer Long-Covid-Diagnose mit Mühe wieder in den Alltag zurück

Herzbeutel- und Herzmuskelentzündung, massiver Tinnitus, starke Kopfschmerzen, Entzündung der Sehnenaufhängungen und Fatigue Syndrom – unter all diesen Symptomen leidet Alexa Stephanou bis heute – anfangs noch ohne zu wissen, warum. Sie spürte nur, dass vieles nicht mehr stimmte: „Ich spürte Schmerzen und die Beschwerden waren ganz anders als sonst.” Die Wochen verstrichen, ÄrztInnen, die sie untersuchten, konnten ihr Leid in keiner ihrer Diagnosen abbilden. Dann äußerte ein Arzt, der unmittelbar mit Covid-PatientInnen zu tun hatte, einen Verdacht: Long-Covid.

VIDEO: Alexa stand vor ihrer Corona-Erkrankung mitten im Leben - Teil 1:

Belastender Alltag

„Ab da hatte ich wenigstens eine Spur”, sagt Stephanou. Vor der Erkrankung mit Covid war die Logopädin sehr sportlich, machte Ausdauertraining, fuhr mit ihrem Rennrad und war begeisterte Skifahrerin - sie blickte auf einen vollen Terminkalender. Nach der Erkrankung und den verheerenden Folgen von Long-Covid war für sie sogar das Schuhe zuschnüren eine Belastung. „Ich kann heute nur schwer meinen Alltag bewältigen, vieles braucht Zeit und Geduld”, schildert die erst 38-jährige, die keine Vorerkrankungen hatte. 

Wie geht Alexa heute mit ihrer Situation um? - Teil 2: 

Wieder zurück ins Leben

Beim Verein Long-Covid Austria, bei dem Betroffene wie Stephanou ehrenamtlich auf die verheerenden Folgen von Long-Covid aufmerksam machen, steigen die Mitgliederzahlen: Mittlerweile zählt der Verein über 1300 Mitglieder. Stephanou sagt: „Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe an, weil es viel gibt, was wir noch nicht wissen, und es auch keine konkreten Anlaufstellen gibt.” 

Long-Covid gehört auf die Liste der Berufskrankheiten! Hör dir dazu unseren ÖGB-Podcast an

Long-Covid auch bei milden Verläufen möglich

Besonders wichtig ist es, rasch zu handeln, wenn man das Gefühl hat, dass nach einer Corona-Infektion etwas nicht stimmt. Denn es sind nicht nur die mittelschweren oder schweren Corona-Verläufe wie bei Alexa Stephanou, die zu Long-Covid führen können. Laut einem aktuellen Bericht des Standard leiden auch Menschen, die „nur” Symptome wie Geschmacks- und Riechstörungen, mildes Fieber und grippale Beschwerden hatten, auch Monate danach an Long-Covid.

 

ÖGB FORDERT ABSICHERUNG FÜR BETROFFENE

In Österreich sind Schätzungen zufolge bereits zwischen 60.000 und 70.000 Personen von Long-Covid betroffen – diesen Menschen müssen wir mit einem zukunftsweisenden Vorsorgemodell helfen.

- Dazu braucht eine gute Strategie, um Versicherte langfristig betreuen zu können und eventuelle gesundheitliche Langzeitschäden abzufangen.

- Ein wichtiger Schritt wäre die Schaffung von Kompetenzzentren und die Sicherstellung von klarer Aufgabenverteilung. Long-Covid-PatientInnen könnten dadurch ein gut aufgestelltes Angebot an Betreuungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. 

- Wichtig sind daher sowohl ortsunabhängige Behandlungen sowie spezielle Angebote, die auf die Person und ihrem Lebensmittelpunkt angepasst sind.

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