Eine Pflegeversicherung ist der falsche Weg ©Alexander Raths - stock.adobe.com
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Umfrage: Menschen wollen mehr Geld für Pflege

ÖGB-Community mit großer Mehrheit dafür: Regierung muss für Pflege mehr Geld in die Hand nehmen

Der Bereich Pflege ist das Brennpunkthema dieser Pandemie: Denn der Pflegebedarf in der Gesellschaft ist bereits sehr hoch. Gleichzeitig gehen viele Fachkräfte in den nächsten Jahren in Pension. Bis 2030 braucht Österreich deshalb 76.000 neue Pflegekräfte. Der ÖGB hat dazu das Konzept der Pflegestiftung ins Leben gerufen. Dabei geht es auch um eine ausreichende Finanzierung durch den Bund.

Fast alle stimmen für Ja

Vor diesem Hintergrund hat der ÖGB seine Community gefragt: „Muss die Regierung mehr Geld für die Pflege in die Hand nehmen?”, wollten wir auf Facebook wissen. Die Antworten waren mit einer überwältigenden Mehrheit von 936 Stimmen für Ja und lediglich vier für Nein mehr als eindeutig: Ja, die Regierung muss. 

Um neue Jobs zu schaffen und den Pflegebereich zu entlasten, legt der ÖGB jetzt das Konzept für eine „Pflegestiftung“ vor. In dieser Stiftung können Arbeitslose umgeschult und anschließend sicher an eine Arbeitsstelle vermittelt werden. Ein Rundum-Sorglos-Paket für einen beruflichen Neustart.

Was die Community sagt

Andy R. spricht aus, was sich wohl viele dieser Tage denken: Es braucht „extrem mehr Geld” für die Pflege, „und das sehr, sehr rasch.” Userin Catherine U. geht einen Schritt weiter: Geld sei nicht genug, auch die Rahmenbedingungen müssten sich ändern. „Da sind sehr komplexe Pflegesituationen anzutreffen, welche nicht mit adäquat ausgebildetem Pflegepersonal abgedeckt werden können; teils aus wirtschaftlichen Aspekten, teils tatsächlich wegen Personalmangel.” Auch Christa K. ist der Meinung: „Geld allein reicht nicht aus, es müssen sich bei den Rahmenbedingungen etwas verbessern”. Für Michael P. ist es eine Frage der Perspektive: „Es kann nicht sein, dass für jeden Mist Geld da ist, z. B. Regierungs-PR. Und auf der anderen Seite fehlt das Geld für die Pflege und das Personal.”

Der Fall Armin F.

Unter den Kommentaren ist uns ein Fall ins Auge gefallen. Hier schreibt Armin F. über seine Herausforderungen, eine Pflegeausbildung zu machen: „Musste selbst erleben, dass ich, trotz aller Bemühungen, eine Ausbildung zum Pflegeassistenten zu machen, seitens AMS (war gerade arbeitslos zu diesem Zeitpunkt) keine Unterstützung bekam”, berichtet er. Armin F. hätte gar schon einen Ausbildungsplatz in Aussicht, aber lieber hätten ihn AMS und Co. nach Salzburg und Kärnten in Gastrobetriebe vermittelt.

Es gab kein Geld für eine Umschulung, um ihm die Ausbildung zu finanzieren. Armin F. sagt: „Verstehe nicht, warum einer, der den Willen hat, so rigoros abgelehnt wird, nur weil er zu hoch qualifiziert ist und leicht in seinem Job vermittelbar wäre. Irgendwann habe ich leider aufgegeben.” Damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert, ist dem ÖGB die Einrichtung einer Pflegestiftung so wichtig.

Hör zu diesem Thema auch unseren Podcast: