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Faire Arbeit

„Wir wollen ein gutes Leben für alle – und zwar überall auf der Welt”

ÖGB-Präsident fordert mehr Tempo beim Lieferkettengesetz und mehr Engagement gegen Verletzungen von Arbeitsrechten

 „Der ÖGB engagiert sich nicht nur in Österreich für faire Arbeit, von der man leben kann“, sagt ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian am heutigen Tag der menschenwürdigen Arbeit: „Überall, wo Arbeitsrechte verletzt und Menschen für den Profit von Konzernen ausgebeutet werden, unterstützen wir die Gewerkschaften in ihrem Kampf. Wir wollen ein gutes Leben für alle – und zwar überall auf der Welt.“

Gewerkschaftsarbeit wird zunehmend erschwert

Der aktuelle Rechtsindex zur globalen Situation von Arbeitsrechten, den der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB/ITUC) jährlich erstellt, zeigt eine zunehmend besorgniserregende Entwicklung: Der Anstieg von Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen ist erschreckend. „Die Liste der Regierungen und Unternehmen, die eine gewerkschaftsfeindliche Agenda verfolgen, ist nicht nur beschämend, sie wird auch immer länger“, so Katzian.

Im Vorjahr wurden 22 GewerkschafterInnen ermordet, Hunderte weitere waren tätlichen Angriffen ausgesetzt. Der Index listet unter www.globalrightsindex.org nicht nur auf, wie Arbeitsplätze unsicherer und Gewerkschaftsaktivitäten stärker eingeschränkt werden. „Er macht auch deutlich, dass die Überwachung von Beschäftigte weltweit zunimmt und dass die Rechte der ArbeitnehmerInnen zudem durch neue repressive Gesetze demontiert werden sollen, auch in Europa“, erklärt Katzian, der diese globalen Trends als besorgniserregend bezeichnet.

Konzerne können sich nicht aus der Verantwortung stehlen

Niemand kann sich hier aus der Verantwortung stehlen, so der ÖGB-Präsident weiter.

„Es ist hoch an der Zeit, dass Konzerne für Arbeitsrechts- und Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer Produktionsketten endlich die Verantwortung übernehmen. Deshalb unterstützen wir die österreichische Initiative für ein EU-weites Lieferkettengesetz. Hier braucht es definitiv mehr Tempo“, fordert Katzian auch die Bundesregierung auf, in Brüssel Druck zu machen.

 

 Gerechter Übergang nur mit Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen

Auch der technologische Wandel kann nur dann gelingen, wenn er dazu genutzt wird, die Menschen bei der Arbeit und im Leben zu unterstützen und zu entlasten. „Wir dürfen nicht zulassen, dass etwa neue Arbeitsformen, wie das Arbeiten über Plattformen und Apps, ausarten: Dass daraus Profitmöglichkeiten entstehen, dass bereits etablierte Arbeitsstandards unterlaufen werden und dass das wirtschaftliche Risiko auf die einzelnen ArbeitnehmerInnen abgewälzt wird. Wenn wir einen gerechten Übergang wollen, dann sind Mitsprache und Mitbestimmung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unerlässlich“, erklärt der ÖGB-Präsident.

Erfolgreiche internationale Gewerkschaftskampagne

Wie erfolgreich internationales gewerkschaftliches Engagement sein kann, beweist die vom ÖGB unterstützte Kampagne gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen beim Bau der Fußballstadien für die Weltmeisterschaft in Katar.

Die Arbeitsbedingungen vor Ort haben sich durch internationalen gewerkschaftlichen Druck enorm verbessert. Welche Verbesserungen es in Katar bereits gegeben hat und was noch zu tun ist, wird im Rahmen der Veranstaltung „1 Jahr vor Katar – Globales Foul oder Chance für Veränderung“ am 12. Oktober präsentiert.

VERANSTALTUNG: 1 JAHR VOR KATAR

Globales Foul oder Chance für Veränderung?

Dienstag, 12. Oktober 2021, 18 Uhr Riverbox im ÖGB-Catamaran

Johann- Böhm-Platz 1, 1020 Wien

 

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